Es sind fast schon Wiener Verhältnisse, die die grüne Mark regieren. Seit einer Woche können die Steirerinnen und Steirer kaum vor die Haustüre treten, ohne dass ihnen der kalte, böige Wind ins Gesicht weht. Die starken Temperaturunterschiede zwischen Nord und Süd treiben den Luftmassenaustausch an, auch zu Ostern am Karfreitag muss man sich auf steife Brisen gefasst machen. „Am Alpenostrand und im Südosten ist mit Windgeschwindigkeiten von 40 bis 50 km/h zu rechnen, in exponierten Lagen können es 60 bis 70 km/h werden“, sagt Meteorologe Martin Kulmer von der Geosphere Austria. Die Temperaturen reichen vorerst nicht über 10 bis 17 Grad hinaus.
Etwas besser wird die Lage am Karsamstag. Der Wind bremst sich auf 30 bis 40 km/h ein, im Norden dominieren allerdings Wolken mit stellenweisen Regenschauern. Im Süden des Landes sollte es allerdings aufgelockert und überwiegend sonnig bleiben. „Die Fleischweihen dürften also trocken ablaufen“, sagt Kulmer, wenngleich die Tagesmaxima nur leicht über jenen des Freitags liegen.
Blauer Himmel zu Ostern, der Wind hat Pause
Ganz anders kommt dann allerdings der Ostersonntag daher. Es wird im ganzen Land sonnig und mild, in der Obersteiermark könnte die 20-Grad-Marke fallen, im Grazer Raum sind sogar Werte von bis zu 24 Grad möglich. Und: Der Wind hat endlich wirklich Pause, der Tag eignet sich hervorragend für Aktivitäten unter freiem Himmel und Ausflüge.
Mit ein paar Einschränkungen gilt das auch noch für den Ostermontag. Im Süden steigen die Werte noch einmal auf 20 Grad, im Norden sind 16 bis 17 Grad drin, wobei es hier unbeständiger wird. Der Rest der Woche nach Ostern dürfte sich laut Kulmer auf jahreszeitlich übliche Temperaturwerte mit Werten unter der 20-Grad-Marke einpendeln.
Der März war zu warm und viel zu trocken
Doch auch wenn die vergangenen Tage unterkühlt verlaufen sind, sollte man sich nicht täuschen lassen. In Summe war der gesamte März deutlich zu warm, vor allem die erste Monatshälfte lag um mehrere Grad über den Mittelwerten der vergangenen 30 Jahre. In Graz schlug sich der März mit 1,7 Grad über dem Mittel nieder, in Bad Gleichenberg waren es 2,3 Grad zu viel, in Zeltweg 0,8 Grad. Und: Der Monat hat dem Land abermals ein starkes Niederschlagsdefizit beschert. In Graz fielen in Summe nur 5 Millimeter Regen (ein Siebentel der üblichen Menge), in Bad Gleichenberg und in Zeltweg waren es jeweils 8 Millimeter.
Damit setzte der März einen Trend fort, den seit vergangenen Herbst sämtliche Monate mit Ausnahme des Februar vorgezeichnet hatten: Es gab im Land kaum ergiebigen Niederschlag. „Der letzte Schneefall hat zwar ein bisschen Linderung gebracht, aber wir spüren die Trockenheit auf den Feldern inzwischen natürlich“, bestätigt Arno Mayer, Pflanzenbau-Chef bei der steirischen Landwirtschaftskammer. Für die beginnende Anbausaison muss das noch kein Nachteil sein, doch nachdem auch die nächste Woche keine längeren Regenfälle bringen wird, könnte die Trockenheit langsam zu einem Problem werden. „Wenn die kommenden beiden Wochen weiter kein Niederschlag fällt, ist langsam Grund zur Sorge angebracht“, beschreibt es Mayer.