Der Grazer Volksgarten: Drogenumschlagplatz, Schutzzone, Dauerthema für Politik und Exekutive. Ein Einsatz ebendort wegen illegaler Substanzen hat nun ausnahmsweise nicht für einen Dealer, sondern für einen Polizeibeamten Konsequenzen.

Auf Streife unterwegs hat der Exekutivbeamte im vergangenen Sommer zunächst drei Päckchen Marihuana entdeckt. Und danach einfach in einem Müllcontainer entsorgt. Was für den Polizisten offenbar eine Kleinigkeit war, ist für die Staatsanwaltschaft Amtsmissbrauch. Schwerwiegender Vorwurf: Der Mann habe mit Vorsatz den Staat an seinem Recht auf Strafverfolgung geschädigt. „Laut Anklage hat der Polizeibeamte seine Befugnis, im Namen des Bundes als Polizeibeamter in Vollziehung der Gesetze Amtsgeschäfte vorzunehmen, wissentlich missbraucht“, führt Christian Kroschl, Sprecher der Grazer Staatsanwaltschaft auf Nachfrage der Kleinen Zeitung aus.

Vorschnelle Entsorgung: Polizist unter Verdacht

Durch die Entsorgung sei der Beamte seiner Pflicht zur förmlichen Sicherstellung und Protokollierung und ordnungsgemäßen Abführung der Substanz nicht nachgekommen, weshalb ihm der Amtsmissbrauch vorgeworfen wird. Zwei weitere Beamte sind ursprünglich auch als Verdächtige geführt worden – gegen sie wurde das Verfahren allerdings eingestellt.

Aufgeflogen ist der Vorfall dem Vernehmen nach, weil Gerüchte über die vorschnelle Entsorgung der Drogenpäckchen aufkamen. Dann wurde Anzeige erstattet. Ein Termin für die Verhandlung am Straflandesgericht steht noch aus.