Die Erleichterung ist Gerhard Stark, dem Vorstand der Spitalsgesellschaft Kages anzuhören. Der Vertrag zwischen der Steiermark und Oberösterreich ist unterschriftsreif, Bad Ischl wird künftig Patienten aus dem LKH Bad Aussee bzw. dem Bezirk Liezen übernehmen – für die Fächer Innere Medizin, Orthopädie/Traumatologie (Stichwort Unfälle) und Chirurgie.

Die Steiermark wird dafür jährlich rund 3,8 Millionen Euro nach Oberösterreich überweisen, führen ÖVP-Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl und FPÖ-Klubobmann Marco Triller am Dienstag aus. Hinter den Kulissen verhandelte der Gesundheitsfonds mit Michael Koren an der Spitze.

550.000 Euro Personalzuschuss

Demnach fließen rund 550.000 Euro an die Oberösterreichische Gesundheitsholding GmbH, um zusätzliches Personal im Salzkammergut Klinikum Bad Ischl zu engagieren: einen Arzt, einen Turnusarzt, Pflegepersonal und die Verwaltung.

Und die restlichen 3,23 Millionen? Der Abrechnungsmodus wurde anhand des Patientenaufkommens dies und jenseits des Pötschenpasses für stationäre und ambulante Fälle erstellt. Kurzinhalt: Bei mehr als 140 Patienten aus dem Bezirk Liezen, die stationär in Bad Ischl zu behandeln sind, kommen die Steirer auf. Und bei mehr als 1000 Ambulanzkontakten. Alles darunter wird nach der bundesweit üblichen Gastpatienten-Regelung verrechnet.

„Einmalige Vereinbarung“

Die Vereinbarung sei jährlich kündbar, anfangs will man das Patientenaufkommen monatlich evaluieren. Auch, ob das Abkommen eine Sogwirkung in anderen Fächern auslöst. Kornhäusl ist freilich überzeugt, dass es sich „um eine bisher einmalige Vereinbarung zur Versorgung über die Landesgrenzen hinaus handelt“. Da „können sich andere Bundesländer etwas abschauen“, nickt Triller.

Im Juni soll der Vertrag mit Salzburg zur Übernahme von werdenden Müttern aus dem Diakonissenspital Schladming bzw. dem Bezirk Liezen in Schwarzach (am Kardinal Schwarzenberg Klinikum) in trockenen Tüchern sein.

„Das wird ja kein Pflegeheim“

Kritik aus dem Ausseerland und zuletzt auch aus Bad Ischl ist den Verantwortlichen nicht fremd. Aber anhand der Auslastungszahlen in jenen Fächern, die Bad Aussee abgibt, sei keine Überlastung in der Klinik in Oberösterreich zu befürchten. Auf den Vorwurf, das LKH Bad Aussee würde ausgehöhlt, sagt Triller: „Aussee wird ja kein Pflegeheim.“ Der neue Schwerpunkt Akutgeriatrie und Remobilisation würde dem Alter und den Anforderungen der meisten Patienten entsprechen.