Handyshops haben den zweifelhaften Ruf, auch als Plattform für kriminelle Machenschaften zu dienen. Dazu tragen zwei solcher Geschäfte in Graz ihren Teil bei. Dort konnte man neben gebrauchten bzw. reparierten Mobiltelefonen auch Fahrräder, E-Bikes und E-Scooter zum Schleuderpreis erstehen. Kein Wunder, handelte es sich dabei doch um Hehlerware.

Als Meisterdieb für Zweiräder aller Art war der Polizei schon im Sommer des Vorjahres ein 37-jähriger Grazer ins Netz gegangen. Nach Abschluss der Ermittlungen, geführt von der LKA-Außenstelle Niklasdorf zusammen mit Beamten der Polizeiinspektion Trofaiach, stellte sich nun heraus: Der Mann soll insgesamt 58 zum Teil hochwertige Fahrräder und Elektro-Roller im gesamten Grazer Stadtgebiet gestohlen haben. Mit einem Seitenschneider trennte er dabei die Schlösser durch, bevorzugte Tatorte waren sowohl Kellerabteile als auch öffentliche Orte.

Zwei Handyshop-Betreiber angezeigt

Nach seiner Festnahme im August zeigte sich der Seriendieb umfassend geständig, was die Ermittler schließlich auch zu seinen „Geschäftspartnern“ führte – einen Syrer und einen Österreicher mit ausländischen Wurzeln. Die beiden Handyshop-Betreiber wurden wegen Verdachts der gewerbsmäßigen Hehlerei angezeigt. Während der insgesamt entstandene Sachschaden bei rund 75.000 Euro liegt, verdiente der 37-Jährige durch den Verkauf laut Polizei übrigens nur rund 10.000 Euro.

Apropos Handyshop: Auch bei der jüngst von der steirischen Polizei zerschlagenen Schlepperorganisation mit mehr als 130 Festnahmen diente ein solches Geschäft in Wien-Ottakring als Dreh- und Angelpunkt für den internationalen Menschenhandel.