Mit dem Start der Koralmbahn im Dezember ging auch eine neue Zugkategorie der ÖBB in Betrieb: Der Interregio verbindet auf den inneralpinen Strecken den regionalen Nahverkehr mit dem internationalen Fernverkehr. In der Steiermark verkehren mit den IR Aichfeld, Ennstal, Pyhrn und Mur-Drau gleich vier Interregio-Züge im 1- bzw. 2-Stundentakt.

Doch vor allem das eingesetzte Rollmaterial stößt bei Bahnfahrern auf wenig Gegenliebe. Wie die Kleine Zeitung berichtete, haben die ÖBB insgesamt 27 S-Bahn-Garnituren vom Typ Desiro ML für den Fernverkehr adaptiert. Diese Züge stoßen auf einigen Strecken (besonders Graz-Linz) schnell an ihre Kapazitätsgrenzen. Weitere Kritikpunkte: Eine zu kleine 1. Klasse, zu wenig Ablagemöglichkeiten für Gepäck und die fehlenden digitalen Reservierungsanzeigen. So müssen Fahrgäste mit reservierten Plätzen oft andere Passagiere von den Sitzen „verscheuchen“ – unangenehm für beide Seiten.

Neue Züge kommen schrittweise ab 2028

Die ÖBB haben stets darauf hingewiesen, dass diese Züge nur eine Übergangslösung darstellen, bis die ersten „echten“ Interregios eingesetzt werden. Nun kann man erste Blicke auf den neuen „Railjet M“ werfen. Auf ihrer Webseite präsentieren die ÖBB Renderings der neuen Züge, die ab 2028 schrittweise auf das Interregio-Netz geschickt werden. 31 Garnituren aus dem Hause Siemens Mobility wurden bestellt. Sie basieren auf der Mireo-Plattform und wurden speziell für den inneralpinen Fernverkehr weiterentwickelt. Laut ÖBB erwartet die Passagiere darin „Komfort auf Fernverkehrsniveau.“

Was auf den ersten Blick auffällt: Das Platzangebot hat sich nicht groß verändert. Die 215 Sitzplätze teilen sich auf in 27 in der 1. Klasse und 188 in der 2. Klasse, davon 42 Klappsitze. Zusätzlich gibt es Platz für 14 Fahrräder, auch eigene Ski- und Snowboardhalter werden angeboten. Digitale Sitzplatzreservierung, volle Barrierefreiheit und Wlan gehören ohnehin zum Standard. Statt eines Bistrowagens kommen Selbstbedienungsautomaten in die Snack-Zone.

160 km/h als Höchstgeschwindigkeit

Die Höchstgeschwindigkeit des Railjet M wird mit 160 km/h angegeben, das ist gleich schnell wie die aktuell eingesetzten Interregio-Züge. Ausschlaggebend auf längeren Verbindungen mit vielen Halten ist allerdings die Beschleunigung und die Laufruhe, diesbezüglich kündigen die ÖBB eine „ruhige und stabile Fahrweise“ an.

Für den SPÖ-Verkehrssprecher im Nationalrat, den Steirer Wolfgang Moitzi, ist es jedenfalls eine gute Nachricht – vor allem für die Zugreisenden im ländlichen Raum. „Gute öffentliche Mobilität darf kein Privileg der Ballungsräume sein. Moderne Züge auf Interregio-Strecken stärken die Regionen, entlasten Straßen und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, so Moitzi.