Ein 21 Jahre alter Grazer wusste nicht, wie ihm geschah, als Montagfrüh plötzlich drei völlig fremde Männer in seiner Wohnung im Bezirk Gries standen und ihn aufforderten, seine Schulden zu begleichen. „Aber ich habe doch bei niemandem Schulden“, sagte der geschockte Wohnungsinhaber zu den Eindringlingen, die über die offen stehende Dachterrassentür gekommen waren. Doch zwei der Täter gingen sofort auf ihn los, attackierten ihn mit Schlägen und Ohrfeigen, würgten den 21-Jährigen sogar.

Inzwischen durchsuchte der Dritte im Bunde die Wohnung nach Wertsachen. Gefunden hat er mehrere hochpreisige Uhren, eine Geldtasche, Kleidung, Parfum und Zigaretten. Damit – und dem Handy des Opfers – flüchteten die drei Täter nach einiger Zeit.

Räuber blieben in der Nähe des Tatorts

Über einen Nachbarn alarmierte der 21-Jährige danach die Polizei, sofort wurde eine Fahndung eingeleitet. Es dauerte nur wenige Minuten, bis eine Streife der Polizeiinspektion Hauptbahnhof zwei Verdächtige in unmittelbarer Nähe des Tatorts antraf, die Beute hatten sie noch bei sich. Das Opfer konnte die beiden Österreicher (20 und 22 Jahre) eindeutig identifizieren.

In weiterer Folge konnten Ermittler des Landeskriminalamts einen 27-jährigen russischen Staatsbürger als dritten Verdächtigen ausforschen und schon tags darauf festnehmen. Dieser zeigte sich zwar nicht geständig, wohl aber seine beiden jungen Komplizen. Die Geschichte mit den offenen Schulden sei frei erfunden gewesen, gaben sie im Verhör zu. Vielmehr hätten die offen stehende Dachterrassentür gesehen und seien von einem frei zugänglichen Bereich des Mehrparteienhauses aus „spontan“ in die Wohnung spaziert, wo sie auf den 21-Jährigen trafen. Dieser wurde bei dem Überfall leicht verletzt.

Keine Profis am Werk

„Allein der Umstand, dass sich die Verdächtigen nach der Tat weiter in der Nähe des Tatorts aufgehalten haben, zeugt nicht gerade von professionellem Vorgehen“, so Polizeisprecher Sabri Yorgun zur Kleinen Zeitung. Alle drei Männer wurden in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. Weitere Ermittlungen laufen.