Flammen, Rauchentwicklung und ein kühler Kopf. Horst Resch ist in der Nacht von 22. auf 23. Dezember unverhofft zum Lebensretter in den Flammen geworden. Der 64-Jährige ist seit einem Jahr als ehrenamtlicher Mitarbeiter im Vinzitel in Graz tätig. Sein Ansporn ist es Menschen zu helfen, die keinen Rückhalt im Familien- und Freundeskreis haben.

Breites ehrenamtliches Engagement

Ein Gefühl, dass er selbst aus seiner Vergangenheit kennt. „Ich verstehe die Leute, die hier Hilfe suchen, ich weiß, was das bedeutet, wenn man Hilfe braucht und in der Familie keine Hilfe bekommt“, erzählt der Wahlgrazer, der gebürtig aus Wagna kommt. Neben der Arbeit im Vinzitel ist er auch in der Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigung tätig und unterstützt seit fünf Jahren einen 80-jährigen Mann in seinem Alltag. „Ich kann finanziell nicht helfen, aber ich kann mit meiner Anwesenheit helfen“, so Resch.

Angespannte Situation

Das Wichtigste im Umgang mit den Bewohnern im Vinzitel ist für ihn das Zuhören. Genau das hat er auch am Abend des 22. Dezembers gemacht. „Die Stimmung unter den Bewohnern war sehr angespannt und man hat gleich gemerkt, dass viele sehr stark mit sich selbst beschäftigt waren“, erzählt Resch. Denn vor allem die Weihnachtszeit ist für viele Bewohner besonders schwierig. Bis kurz nach Mitternacht war es für Resch dennoch ein ganz normaler Nachtdienst. Als um kurz nach Mitternacht der Feuermelder ertönte, war er sich zuerst gar nicht sicher, ob der Ton aus dem Fernseher oder aus dem Haus kommt. „Als ich die Bürotüre aufgemacht habe, konnte ich den Rauch schon riechen“, erzählt der 64-Jährige.

Selbstloses Handeln

Ohne zu zögern, rannte er dem Rauch entgegen. Als er die Türe zu dem brennenden Zimmer öffnete, lag ein 62-jähriger Bewohner bereits bewusstlos an der Türschwelle. „Die Flammen waren schon wirklich hoch, ich habe ihn an den Beinen gepackt und zum Büro gezogen“, so Resch. Als er nochmals versuchte, zurück zum Zimmer zu gelangen war der Rauch bereits so dicht, dass er umkehren musst. Panik, dass ihm selbst etwas passieren könnte, hatte er nicht, die Gefahr war ihm jedoch auch während der Situation bewusst. „Ich habe die restlichen 15 Bewohner alle hinausgedrängt so gut es gegangen ist und die drei Notrufnummern gewählt“, so Resch.

Gemeinsam mit zwei weiteren Bewohnern, führte er bei dem 62-Jährigen eine Herzdruckmassage durch und rettete ihm damit das Leben. Dass der Abend ohne sein Zutun wohl anders geendet wäre ist ihm durchaus bewusst: „Rauchgas ist tödlich, ich denke, dass er keine fünf Minuten überlebt hätte“, so Resch.