AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Kärntner des Tages

Die herausragende Karriere des Dieter Kalt

Nach vielen, vielen Jahren als Spieler erlebt Dieter Kalt in den kommenden Tagen und Wochen auch als Trainer eine Eishockey-Weltmeisterschaft. Es wird in Tschechien seine insgesamt 16.

Eishockey, Nationalteam, Weltmeisterschaft, Vorbericht.
Dieter Kalt junior © (c) Wolfgang Jannach (Wolfgang Jannach)
 

Irgendwann in den 1980er-Jahren entschloss sich der Kalt-Sprössling, mit Eishockey seinen Lebensunterhalt verdienen zu wollen. Nichts Außergewöhnliches in einer Familie, wo Spitzensport stets eine Vormachtstellung eingenommen hatte. Unter den Argusaugen seines Vaters Dieter Kalt sen. stand hingegen eine fundierte Ausbildung an oberster Stelle. Sein Weg nach der Matura schien demnach vorgezeichnet: Jus-Studium. "Neben dem Eishockey war die Universität in Graz jedoch nicht zu bewältigen. Mein Vater sah das anders. Das war oft ein Thema bei uns zu Hause", erzählt der nun 40-jährige Junior lächelnd.

Eine umso steilere Karriere legte Kalt allerdings in seinem "Wahlfach" hin. Nach Lehr- und Meisterjahren beim KAC wechselte er zu Adler Mannheim, wo er zwei Mal den Titel geholt hatte. Allein diese Reputationen würden in Eishockey-Europa sofort für einen bequemen Weg und rentable Zukunft sorgen können. Doch in Kalts Hinterkopf geisterte eine andere Adresse herum: "Nordamerika. Ich war anfangs von meinen Fähigkeiten überzeugt, dass ich in der NHL (beste Eishockey-Liga der Welt, Anm.) spielen kann. Auf Long Beach wurde mir klar, dass ich hinsichtlich Körpergröße und Können doch limitiert bin. Einen längeren Verbleib inklusive finanziellem Abenteuer wollte ich nicht in Kauf nehmen. Dort hätte ich wohl drei Jahre gratis spielen müssen, um vielleicht in Reichweite der NHL zu gelangen", erzählt Kalt und resümiert dennoch positiv: "Ob in Nordamerika oder anderswo, ich wollte auch das Geschäft mit dem Profisport kennenlernen. Es hat mich immer fasziniert, aufzusaugen, was eine Organisation so erfolgreich macht."

Zurück in Europa starte der Mann mit der legendären Rückennummer 74 erst so richtig durch. Engagements bei Top-Adressen wie Köln oder Färjestad. Und damit Meistertitel mit den Schweden oder später in Österreich (Wien und Salzburg).

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort also? Kalt überlegt kurz, widerspricht aber: "Ich bin der Überzeugung, dass sich Erfolg anzieht. Meine Stationen und die tollen Mitspieler waren nicht nur reines Glück. Es kann kein Zufall sein, warum gewisse Leute erfolgreich sind. Für manche ist es eben selbstverständlich, mehr zu geben, als es vertraglich vereinbart ist."

 

Zur Person

Name: Dieter Kalt

Geboren: 26. Juni 1974

Familie: Ehefrau Kathrin, Zwillingstöchter Coco und Lillien sowie Tochter Mayla.

Karriere als Spieler: fünf österreichische Meistertitel (zwei KAC, zwei Salzburg, Vienna Capitals); zweifacher Meister mit Mannheim (DEL), schwedischer Meister mit Färjestad; 198 Team-Einsätze und 12 A-WM-Teilnahmen (1993 bis 2008), drei Olympia-Teilnahmen (1994, 1998, 2002).

Karriere als Trainer: Meister mit KAC 2013, seit 2012 Trainer beim ÖEHV und Aufstieg in Top-Division 2014.

Wer den Sport so geprägt hat wie Kalt, musste auch massiven Gegenwind erfahren. Stets wurde er als Protektionskind bezeichnet. "Ich habe nie Selbstvertrauen über die öffentliche Meinung gebildet. Mir war es wichtig, meinen eigenen Ansprüchen zu genügen. Wer nicht aushält, was in Zeitungen oder Internet geschrieben wird, hat im Profisport nichts verloren", bekräftigt der dreifache Familienvater und fügt hinzu: "Mein Vater hat mir zwar Kontakte gelegt. Ich musste für den Erfolg aber härter arbeiten als andere. Nicht zuletzt, weil immer dieses Vater-Sohn-Verhältnis im Fokus gestanden ist."

Drei Jahre ist nun sein letztes Profi-Spiel für den KAC her. Sein Abgang verlief nicht ganz reibungslos. Mittlerweile hat sich Kalts Blickweise verändert. Nicht nur für das Spiel selbst, das er nun von der anderen Seite der Bande sieht: "Ich könnte auf einige beleidigt sein und wohl auch umgekehrt. Manchmal stehen einem Stolz und persönliche Empfindlichkeiten im Weg. Dann ist es wichtig, loszulassen. Oft werden Ziele erreicht, nach vorangegangenen Enttäuschungen."

Dieter Kalt: Bilder aus dem Leben von Dieter Kalt

EISHOCKEY: ERSTE BANK LIGA / LIWEST BLACK WINGS LINZ - KAC

Mission 30 mit dem KAC(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

EISHOCKEY - Electro-Oil Trophy 2007

Siege auch mit Salzburg(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Felix Roittner)

EISHOCKEY - EBEL, Laibach vs EC RBS

(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Oskar Hoeher)

EISHOCKEY - All Star Game 2006

Im Nationalteam(c) GEPA pictures (GEPA/ Christian Singer)

EISHOCKEY - EBEL, EC RBS vs Black Wings

(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Felix Roittner)

EISHOCKEY: MEISTERJUBEL - VIENNA CAPITALS

(c) Guenter R. Artinger

ICE HOCKEY - HUN vs AUT, test match

(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Csaba Doemoetoer)

ICE HOCKEY - IIHF Ice Hockey WC Praque 2015

Trainer-Team 2015(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Christian Ort)

ICE HOCKEY - IIHF Ice Hockey WC Praque 2015

Das Eishockey-Nationalteam 2015(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Christian Ort)
1/10

Seine umfangreiche Erfahrung versucht er nun, den Spielern im KAC-Nachwuchs und als Co-Trainer im österreichischen Nationalteam näherzubringen. Dabei sieht er sich mit einer neuen Spielergeneration konfrontiert. "Früher gab es starke Persönlichkeiten. Heutzutage fehlen in den Teams diese Leithammeln", schildert Kalt. Ob er sich ab kommender Woche bei der Eishockey-WM in Prag in so einer Funktion sieht? "Mir kann zumindest keiner etwas vormachen", sagt er lächelnd.

MARTIN QUENDLER

Kommentare (2)

Kommentieren
Musicjunkie
5
1
Lesenswert?

Halllooo!!!

Der Winter is längst vorbei.

Antworten
Klagenfurter77
0
6
Lesenswert?

Nicht im Eishockey...

... nächste Woche beginnt die A-Weltmeisterschaft!

Antworten