Es war nicht nur die eigene Vorstellung in Linz, die den Grazern am letzten Spieltag des Grunddurchgangs in der ICE Hockey League große Freude bereitete. Denn der KAC musste tatsächlich Federn lassen und so zogen die 99ers an den Rotjacken noch vorbei und gewannen den Grunddurchgang. Die Vienna Capitals feierten dank des Treffers von Randy Gazzola einen 3:2-Sieg in der Verlängerung.

Das Spiel in Linz war ein Duell, das schon als Vorbote des anstehenden Play-offs angesehen werden kann. Beide Teams trachteten nach einem schnörkellosen Spiel nach vorne, das oft mit einem tiefen Puck eröffnet wurde. Bei den Grazern fehlten kurzfristig Kevin Roy und Josh Currie, die wohl geschont wurden (Healthy Scratch). Im Tor der Linzer stand mit Thomas Höneckl ausgerechnet jener Keeper, der mit den Grazern in der Champions League einen Sieg eingefahren hatte. Er stand beim 6:5 nach Penaltyschießen bei den Frölunda Indians im Kasten. Die 99ers gaben in der Linzer Eisarena früh den Ton an.

Das 1:0 geschah dann in Überzahl. Anders Koch schoss von der blauen Linie und der zentrale Abpraller landete vor Manuel Ganahl (11.), der perfekt reagiert hatte. Im Endspurt des Drittels wurde Michael Schiechl unsanft von den Kufen geholt. Er war nach Zuspiel von Ganahl perfekt vor das Tor gekommen und wurde gefoult. Es war das zweite Powerplay.

Linz kam im Powerplay auf

Die Linzer brachten auch im gefälligen zweiten Drittel die Scheibe nicht aus der eigenen Zone und in so einer Situation war es dann an Nick Swaney (26.), sein Comeback nach einer zum wiederholten Mal aufgetretenen Verletzung perfekt zu machen. Er kam vor das Tor und schoss aus mittlerer Distanz mit der Rückseite seines Schlägerblatts.

Doch stellten die Linzer nicht ab und kamen tatsächlich mit mehr Schwung zu mehr Chancen und auch dem Anschlusstreffer. Eine Strafe gegen Koch brachte den Linzern den nötigen Platz und Brian Lebler (29.) verkürzte. Die Grazer zeigten sich nicht nur offensiv gut sortiert, sondern vor allem auch im Rückzugsverhalten bei Scheibenverlust. So mussten sich die Linzer um Chancen sehr bemühen.

Das Spiel änderte sich auch im finalen Durchgang nicht, in dem Graz allerdings zwei aufeinanderfolgende Powerplays nicht für eine Vorentscheidung nutzen konnte. Die Schussgewalt von Nick Bailen fehlt den Grazern zwar, der US-Mann sollte aber im Play-off wieder voll einsatzfähig sein. Linz legte immer mehr in die Waagschale und drückte auf den Ausgleich. Während das Spiel in Klagenfurt schon zu Ende war, knisterte es an der Donau. Nico Feldner hatte im direkten Duell mit Höneckl eine ganz dicke Möglichkeit. Aber auch Nico Wieser zeigte im Finale seine Klasse, während der gegenüberliegende Kasten schon verwaist war. Linz wollte mit aller Kraft den Ausgleich erzwingen.

14,4 Sekunden vor dem Ende war der Fisch geputzt, als Chris Collins zum 3:1 ins leere Tor getroffen hatte.