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Event-Verbot

"Schwarzer Freitag" für Veranstalter

Am Karfreitag sind in Kärnten öffentlich zugängliche Veranstaltungen verboten. Ein Eishockeyspiel sorgt dafür, dass sich in diesem Jahr viele auch daran halten.

© KK
 

F ußballspiele, Osterpartys, Konzerte. Jahrelang galt in Kärnten bei Veranstaltungen am Karfreitag das Motto: "Nullo actore, nullus iudex". Weil kein Kläger in Sicht war, gab es auch nie einen Richter. Dass Paragraf 8 des Kärntner Veranstaltungsgesetzes öffentliche Veranstaltungen fast ausnahmslos verbietet, war nicht bekannt oder wurde einfach negiert.

Durch die skurril anmutende Diskussion über das Eishockeymatch Österreich gegen Weißrussland heute Abend in der Villacher Stadthalle ist in diesem Jahr alles anders. Aus Angst vor Sanktionen haben jetzt viele Veranstalter ihre geplanten Events abgesagt. "In den letzten Jahren haben wir am Karfreitag öfters Konzerte gemacht, nie hat sich jemand daran gestört", sagt Gert Prix vom Klagenfurter Eboardmuseum. Diesmal verschiebt er seine "Prix Session" auf Samstag, "weil ich mir die Strafe nicht leisten könnte".

Bei Verstößen gegen das Veranstaltungsgesetz droht eine Verwaltungsstrafe von bis zu 7260 Euro. Verstehen will Prix das Gesetz aber nicht, "wir leben ja in einer säkularisierten Welt".

Auch andere Veranstalter haben reagiert. Ein Heimspiel des VSV in der Fußball-Regionalliga wurde um einen Tag vorverlegt. In Wolfsberg wurde eine "warm up"-Party zumindest offiziell abgesagt. Die neuebuehnevillach strich die heutige Aufführung von "Der junge Hitler". "Wir sehen ein, dass das Stück für einen Karfreitag nicht so geeignet ist", sagt Intendant Michael Weger. "Generell sollte die gesetzliche Regelung aber diskutiert werden."

Rigides Gesetz

Albert Kreiner von der Kärntner Landesregierung sieht die "öffentliche Diskussion positiv, weil die gesetzliche Regelung von Veranstaltern jetzt mehr beachtet wird". Bei 28.000 Veranstaltungen im Jahr müsse am Karfreitag schon "Zeit für Besinnung" sein. So rigide wie in Kärnten ist das Veranstaltungsverbot (gilt am Karfreitag und am 24. Dezember) in keinem anderen Bundesland ausgelegt. Untersagt sind generell nur Veranstaltungen, die "dem Charakter dieser Tage" nicht entsprechen.

Einige Ausnahmen gibt es aber auch in Kärnten. "Brauchtumsveranstaltungen, wie etwa Ostermärkte, dürfen stattfinden", sagt Kreiner. Auch Gottesdienste und andere religiöse Veranstaltungen sind möglich. Oder die Erteilung von Tanzunterricht. De jure gelten übrigens auch Filmvorführungen als öffentliche Veranstaltungen. Kärntens Kinosäle sind heute trotzdem geöffnet . . .

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