Man muss nicht in die USA blicken, wo an der Ost- und Südostküste gerade Hurrikans für dramatische Verwüstungen sorgen. Auch hierzulande hat das verheerende Hochwasser Mitte September zu enormen Zerstörungen geführt. Die heimischen Versicherungen rechnen allein bei diesem Extremwetterereignis mit einer Rekordschadenssumme von 600 bis 700 Millionen Euro – und vorläufiger Höhepunkt einer besorgniserregenden Entwicklung: Die Schäden aus Naturkatastrophen sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Ein Trend, der sich aufgrund des Klimawandels fortsetzen wird. Studien von GeoSphere Austria zeigen, dass in den letzten 20 Jahren die Starkregenereignisse um 20 Prozent zugenommen haben. Laut Prognosemodellen ist für die nächsten 30 Jahre eine weitere Steigerung um bis zu 26 Prozent und längerfristig bis zu 40 Prozent zu erwarten.

Angesichts dieser Prognosen unterstreicht die heimische Versicherungswirtschaft die Dringlichkeit einer Versicherungslösung für Naturgefahren. Denn bislang werden in Österreich nur für einige Naturrisiken wie Sturmschäden und Hagel private Versicherungen angeboten. Für andere Naturgefahren mit hohem Schadenspotenzial, wie Erdbeben, Hochwasser und Überschwemmungen, Vermurungen oder Lawinen gibt es in Österreich dagegen keine gleichermaßen gut funktionierenden Versicherungsmärkte zur Übertragung von Risiken.

Um künftig eine vollständige Deckung der Schadenssumme anbieten zu können, brauche es daher entsprechende legistische Rahmenbedingungen. Vorgeschlagen wird, zur gesetzlich geregelten Feuerversicherung den Bereich Naturkatastrophenabdeckung im Versicherungsvertragsgesetz hinzuzufügen. Durch die damit verbundene Erweiterung der Solidargemeinschaft wäre es möglich, höhere Deckungen bei sozial verträglichen Prämien anzubieten. Ähnliche Angebote gibt es bereits in Frankreich, Belgien, Spanien oder in der Schweiz. Die steirische Wirtschaftskammer drängt daher bei den zuständigen Ministerien hierzulande (Justiz, Finanzen) auf eine entsprechende Lösung nach diesen Vorbildern auch für heimische Unternehmen.

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