Frauen sind in technischen Berufen längst keine Ausnahmeerscheinung mehr. Wirft man einen Blick auf den Arbeitsmarkt, wird ein kleiner, aber stetiger Zuwachs verzeichnet. Laut dem SORA Institut beträgt der Frauenanteil in der Technik in Österreich 15 Prozent. Das ist im Vergleich zwar deutlich geringer als der Männeranteil, aber dennoch ein Zuwachs, der positiv stimmt. Wer in technischen Berufen arbeiten möchte, muss auch die Ausbildung dahingehend wählen. Diese bietet unter anderen die HTL Ferlach mit Schwerpunkten auf Waffen- und Sicherheitstechnik, Robotik- und Smart Engineering, Industriedesign, Schmuck sowie Graviertechnik inklusive Tattoo Art an. Direktorin Silke Bergmoser unterstreicht, dass immer mehr junge Mädchen sich in Richtung Technik orientieren: „Wir haben in den vergangenen Jahren einen Zuwachs an Schülerinnen verzeichnet. Am Beginn meiner Direktorentätigkeit waren es rund 8 Prozent Schülerinnen, aktuell freut es mich, dass wir bei rund 26 Prozent liegen.“

Kein Platz für Klischees. Doch auch wenn eine Trendwende zu erkennen ist, lässt das Tempo vermuten, dass nach wie vor veraltete Klischees Frauen bei der Berufswahl beeinflussen. „Diese Haltung entspricht nicht mehr der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt. Ich rate immer, dass junge Menschen den Beruf ausüben, der ihnen Freude bereitet. Für die technischen Berufe ist es wesentlich, wie Kinder an das Thema herangeführt werden.“ Demnach ist das Erlernen und Ausüben eines technischen Berufes weniger eine geschlechtsspezifische Frage als eine Frage des Interesses und der persönlichen Stärken. „Frauen sollen sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen. Wir haben sehr viele Absolventinnen, die ausgezeichnete Konstrukteurinnen und Produkt- sowie Projektentwicklerinnen sind und in diesen Berufen erfolgreich arbeiten.“ Um das zu fördern, werden Mädchen durch gezielte Aktivitäten, Schul- sowie Messebesuche und Workshops angesprochen, damit es keine „Angst“ mehr vor der Technik gibt. Neben der HTL Ferlach gibt es in Kärnten noch weitere Initiativen, Vereine und Förderprojekte, um die Zukunft in der Technik weiblicher zu gestalten.