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Trauernde Eltern

Der Tod eines Kindes ist äußerst schmerzhaft und der Weg zurück zur funktionierenden Familienstruktur lang und beschwerlich.

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© Kzenon
 

Stirbt ein Kind, ist das für Eltern ein massiver Einschnitt im Leben. Der Weg in die Normalität ist lange und beschwerlich. Weil diese Form der Trauer sehr stark kann sie auch über die Maßen anhalten. Äußerst problematisch ist es, wenn es das einzige Kind ist, das die Eltern für immer verlässt. Bevor einstarten kann, müssen  Diese Probleme und Fragen müssen zunächst gelöst werden, ehe Heilung beginnen kann.

Der Schmerz begleitet die Eltern über viele Monate, wenn nicht Jahre. Deswegen sollten sie die Trauer aber nicht fürchten oder meiden. Denn das gehört dazu.  Genauso, wie Tränen fließen zu lassen. Wer Trauer unterdrückt, kann körperliche und seelische Probleme verstärken.

Weinen und Lachen

Natürlich kann es eine ganze Weile dauern, bis Eltern eines verstorbenen Kindes wieder lachen und Spaß haben können. Wenn es soweit ist, überkommt einige ein Gefühl von Scham – das eigene Kind ist tot und kann nicht mehr lachen. Aber auch diese Scham ist normal. Für andere Betroffene ist es eine Art Balsam, trotz des Schmerzes die Erleichterung des Lachens spüren zu können, sich in diesem Moment wohl  und ganz nah bei ihrem Kind zu fühlen.

Wichtiger Austausch

Eine Hilfe kann es sein, Erinnerungen an Ihr Kind mit anderen zu teilen. Dabei stellen viele fest, dass das Leben mit dem Kind vielmehr ein freudvolles als ein schmerzhaftes war. Auch Nichtbetroffenen gegenüber kann man ruhig seine Gefühle äußern. Auch die Umgebung von Menschen, die Ähnliches durchmachen mussten, kann positiv wirken. Sie verstehen die Trauer und die Leere mithin am besten. Selbsthilfegruppen der Verwaisten Eltern sind eine gute Anlaufstelle. Die Gruppen tragen dazu bei, sich weniger einsam zu fühlen, auf eine neue Zukunft ohne das verstorbene Kind blicken zu können.

Die Frage nach der Zahl der Kinder

Oft stellen Unwissende folgende Frage: Wie viele Kinder haben Sie?  Das zu beantworten fällt vielen betroffenen Eltern schwer. Sollte man keines sagen, wenn das Einzelkind verstorben ist? Oder sollte die Antwort so lauten: "Unser einziges Kind ist leider verstorben."  Eine pauschale Lösung dafür gibt es nicht. Es kommt darauf an, was jeder einzelne in jedem Moment der Frage fühlt und denkt.

Erinnerungen und Investitionen

Oft haben Eltern davor Angst, materielle Erinnerungen an das Kind zu bewahren. Aber keine Sorge: ein Kleidungsstück oder Spielzeug im Regal können diese Erinnerung greifbar machen. Eine enorme Herausforderung ist es, sich wieder auf das Leben zu konzentrieren. Häufig sehen Betroffene nichts als Verzweiflung am Zukunftshorizont. Doch das Leben geht weiter. Und mit der Zeit bildet sich Neues heraus, mit neuen Impulsen, neuen  Akzenten, Sichtweisen und Inhalten.

Allmählich stellt sich eine Phase der Anpassung ein. Irgendwann verringert sich die Intensität der Trauer und zeichnet sich ein Hoffnungsschimmer ab, mit der Erinnerung an das Kind weiterleben zu können. Mit neuen Zielen, Prioritäten oder Chancen: Einige nehmen Pflegekinder auf oder engagieren sich in Vereinen für Jugendliche.