Geschlechterungleichheit sei "tief in den Strukturen unserer Gesellschaft verwurzelt", betonte Tödtling-Musenbichler, und auch Armut sei die Folge ungerechter struktureller Bedingungen. Diese würden etwa dazu führen, dass Frauen immer noch zwei Drittel der unbezahlten Care-Arbeit - also etwa Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen - übernehmen und deshalb ihre Lohnarbeit reduzieren, was sich schließlich negativ auf Einkommen und Pension niederschlägt und Armut befördert. Frauen, die sich um die Familie gekümmert haben, müssten sich später als Mindestpensionistinnen bei der Caritas um Essen anstellen. Zwei Drittel der Menschen, die bei der Caritas Hilfe suchen, seien Frauen.
Wien
Frauenarmut: AK und Caritas fordern strukturelle Lösungen
Um Frauenarmut zu verhindern, fordern die Arbeiterkammer (AK) und die Caritas strukturelle Rahmenbedingungen für Halbe-Halbe. Unbezahlte Care-Arbeit soll aber nicht nur gleich unter den Geschlechtern aufgeteilt, sondern auch anerkannt werden, sagte Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Für Hebel wie Lohntransparenz und genügend Kinderbetreuungs-Angebote sei allein der politische Wille notwendig, so AK-Präsidentin Renate Anderl.
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