Biles zeigte dabei sowohl am Schwebebalken (15,066) als auch am Boden (15,133) ihre beste Übung bei diesen Weltmeisterschaften. Am Schwebebalken distanzierte sie die zweitplatzierte Chinesin Liu Tingting um 0,633 Punkte, am Boden ließ sie ihre Konkurrentinnen gar um einen und mehr Punkte hinter sich.
Dass Biles in einer eigenen Dimension turnt, ist keine neue Erkenntnis. Dennoch erlebte die 22-jährige Amerikanerin in der stimmungsvollen Hanns-Martin-Schleyer-Halle eine persönliche Premiere, hatte sie doch noch nie zuvor bei einer WM fünf Goldmedaillen gewonnen - 2014, 2015 und 2018 stand sie jeweils viermal zuoberst auf dem Podest, wie auch bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro.
Biles ist nach der Russin Larissa Latynina (1958 in Moskau) die zweite Athletin, die das geschafft hat. Nach den Triumphen mit dem Team und im Mehrkampf musste sie sich in den Gerätefinali einzig am Stufenbarren (5.) geschlagen geben. Außerdem zeigte Biles in Stuttgart erstmals international zwei neue Elemente: am Boden den "Triple-Double" - einen Doppelsalto gehockt mit integrierter Dreifachschraube - sowie am Schwebebalken als Abgang einen Doppelsalto rückwärts mit doppelter Schraube.