"Diese Migranten waren so verzweifelt, dass sie auf sichere Unterkunft und Verpflegung verzichtet haben, um wer weiß wohin zu ziehen. Dies bezeugt einmal mehr, dass Migranten, die in Italien eintreffen, nicht immer vor Hunger und Krieg flüchten", so die Staatssekretäre im Innenministerium Stefano Candiani und Nicola Molteni, in einer Presseaussendung. Die Staatssekretäre gehören der rechten Lega an.

Der Direktor der italienischen Caritas, Francesco Soddu, betonte, dass die Migranten keine Gefangenen seien. "Die katholischen Einrichtungen, die sie aufnehmen, können sie nicht zum Verbleib zwingen", sagte Soddu. Für viele Migranten sei Italien nicht das Ziel.

Die Küstenwache hatte die Migranten und rund 60 andere Mitte August im Mittelmeer gerettet. Innenminister Matteo Salvini ließ die Migranten erst von Bord, nachdem die katholische Kirche in Italien sowie Albanien und Irland sich bereiterklärt hatten, sie aufzunehmen. Die Migranten wurden auf mehrere Diözesen in Italien verteilt.