Erfunden hat weder diese Bundesregierung noch das System-Kurz das Inserieren, das einem natürlichen Kommunikationsbedürfnis entspringt. Ebenfalls nicht neu ist die korruptive Verstrickung der Politik mit einzelnen Medienherausgebern. Letztere sind im Boulevard zu Hause, dort wo die Verschränkung aus redaktionellen- und Marketinginhalten traditionell fließender sind und dort – Stichwort Gratiszeitungen –, wo die Abhängigkeit von der Politik ungleich größer ist, als bei verkaufsbasierten Tageszeitungen mit hohem Aboanteil. Bis zu 40 Prozent der Jahresumsätze machen öffentliche Inserate bei Gratisblättern aus, erhob das Medienhaus Wien.
Gekaufte Umfragen
Wie Regierungen den Boulevard finanzieren
Über gefürchtete Fellner-Methoden, den Wiener Boulevard und Werner Faymanns Erbe: Die Inseratenvergabe als intransparente Achillesferse im Verhältnis Politik und Medien.
© Juergen Fuchs