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NationalratPolitik ruft Wiesenthal-Preis gegen Antisemitismus ins Leben

Alle Parlamentsfraktionen außer der FPÖ haben am Dienstag im Verfassungsausschuss den Weg für den neuen Simon-Wiesenthal-Preis freigemacht, mit dem Initiativen gegen Antisemitismus ausgezeichnet werden sollen.

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka: "Der Preis war mir ein Herzensanliegen."
Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka: "Der Preis war mir ein Herzensanliegen." © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Der Preis solle "anderen Mut machen, ihre Stimme zu erheben", erklärte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) gegenüber der APA. Die mit 30.000 Euro dotierte Ehrung wird künftig einmal jährlich an bis zu drei Personen oder Personengruppen als Auszeichnung für ihr besonderes zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus und für die Aufklärung über den Holocaust verliehen. Der Preis soll das Andenken an den Architekten, Publizisten und Schriftsteller Simon Wiesenthal ehren, der es sich nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Mauthausen im Mai 1945 zur Lebensaufgabe gemacht hatte, NS-Verbrecher und Verbrecherinnen aufzuspüren und vor Gericht zu bringen.

FPÖ wollte Kreisky

Die FPÖ will die Initiative nicht mittragen, da sie mit dem Namen des Preises nicht einverstanden ist. Die Freiheitlichen schlagen vor, ihn nach Bruno Kreisky zu benennen, was allerdings selbst bei der SPÖ auf Ablehnung stößt.

Sobotka bezeichnete dagegen die Schaffung des Preises - die Idee war auf seiner Israel-Reise vor zwei Jahren entstanden - als "Herzensangelegenheit". "Simon Wiesenthal war ein großer Österreicher, der Zeit seines Lebens nicht die Wertschätzung erfahren hat, die ihm eigentlich zugestanden wäre", betonte der Nationalratspräsident. "Antisemitismus in all seinen Formen hat keinen Platz in Österreich und ganz Europa."

Tochter bedankte sich

Simon Wiesenthals Tochter Paulinka Kreisberg-Wiesenthal erklärte in einer schriftlichen Stellungnahme, "gerade in der heutigen Zeit, in der Rassismus und Antisemitismus zunehmen, in der der Holocaust vermehrt geleugnet wird, ist der Entschluss Österreichs, einen Simon Wiesenthal Preis ins Leben zu rufen, von sehr großer Bedeutung". Ihr Vater hätte es als eine große Ehre empfunden, dass der Preis seinen Namen trägt. "Denn damit wird nicht nur seine Arbeit gewürdigt, sondern vor allen der Standpunkt Österreichs deutlich zum Ausdruck gebracht."

"'Recht, nicht Rache' ist die Quintessenz seines Lebenswerkes und das zentrale Leitmotiv einer der größten Persönlichkeiten der Zweiten Republik", würdigte auch der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Oskar Deutsch den Namensgeber des Preises. Wiesenthal habe sich gegen jede Form der Ungerechtigkeit, Diktatur und Form des Antisemitismus eingesetzt.

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Morioka
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Wird dieser Preis auch postum verliehen?

Dann käme auch Hr. Leon Askin (nee Aschkenasy) in Frage. Er, der sich für seine Heimat eingesetzt, gegen die Nazis gekämpft und nach dem Krieg gegen Antisemitismus eingetreten ist. Es wäre dies eine verdiente Würdigung eines grossen Menschen Lebenswerk.

Auch käme Hr. Leopold Engleitner in Betracht. Auch Er hat den Kampf bis in das hohe Alter von 100 Jahren nicht aufgegeben, Vorträge gegen Antisemitismus gehalten, und vielen Generationen der nach dem 2. Weltkrieg geborenen die Schrecknisse des Holocaust lebendig vor Augen geführt.

Es sind dies zwei Menschen die mir spontan eingefallen sind; Zwei von Vielen, die diesen Preis ganz Besonders verdienten. Wenn es also möglich ist, dürfte es kein Problem sein, weitere zu finden denen dieser als erster Preis und Würdigung zugestanden werden kann.

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Übrigens, wieso wollte die FPÖ 'Kreisky' als Namengeber für diesen Preis? Gibt es nicht überhaupt schon einen so benannten Preis?