Natürlich ist es nicht besonders charmant, einer Dame im Herbst ihres Lebens zu sagen, sie sei ein Fall für das Museum. Selbst für den morbiden Wiener Schmäh wäre das eine Spur zu derb. Doch für Monika Salzer ist die Anfrage aus dem Haus der Geschichte Österreichs gleichermaßen amüsant und anerkennend. Wenn die Ausstellung hinter dem Balkon der Hofburg am Heldenplatz am 11. November zum 100. Jahrestag der Republikgründung öffnet, dann wird ihre Bewegung „Omas gegen rechts“ gerade zwölf Monate alt sein. Und für ihr Symbol - die roten Strickhauben mit weißem Button - könnte es keinen besseren Platz geben als der Ort, an dem die Republik sich ein neues Geschichtsverständnis erarbeiten will. Und, ja auch, an dem Hitler 1938 den Anschluss Österreichs an Nazideutschland ausrief.
Omas gegen Rechts
Rebellion der Wiener Rothauben
Seit der Regierungsbildung formiert sich zivilgesellschaftlicher Widerstand gegen den Rechtsruck. Auffällig ist eine Gruppe älterer Frauen. Sie nennen sich „Omas gegen rechts“.
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