Zuletzt hat es vor wenigen Wochen die Salzbachtalbrücke (Bild) getroffen: Die Fahrbahn der viel befahrenen Route im Rhein-Main-Gebiet nahe der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden war um dreißig Zentimeter abgesackt. Nichts mehr zu machen. Die Brücke muss gesprengt werden. Der Verkehr auf der Autobahn ruht. Lastwagen und Autos quälen sich über eine enge Bundesstraße. So sieht es heute aus in der maroden Republik Deutschland.
Nach außen gibt man gern die starke Exportnation und glänzt mit Weltmarktführern von A wie Allianz und Audi über B wie Biontech und BASF bis Z wie Zickler-Traubenwagen und Zeiss. Im Innern aber quält sich das Land mit einer ausgelaugten Infrastruktur. In der Corona-Krise wurden Infektionszahlen mit Faxgeräten übermittelt, bei der Flut an Ahr und Erft wurde statt auf Warn-Apps auf Sirenen gesetzt, aber selbst die blieben stumm. Trotz eines milliardenschweren Digitalpakts Bildung fehlte es während der Pandemie an Internetzugängen in den Schulen. Und der Zustand vieler Schultoiletten ist so übel, dass laut einer Umfrage unter Eltern dort jedes Dritte Kind den Gang zum WC scheut. Ausstattung: mangelhaft.
Marode Infrastruktur
Deutschland bröckelt und bröselt
Straßen, Schienen und Schulen: Die im Ausland gefeierte Exportnation Deutschland ist in vielen Bereichen marod.
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