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Gegen LukaschenkoTränengas und Festnahmen bei neuen Demonstrationen in Weißrussland

Auch am Sonntag gingen wieder Tausende auf die Straße. Sie wollen nicht anerkennen, dass sich Präsident Alexander Lukaschenko nach der Wahl im August erneut zum Sieger erklärte.

© APA/AFP (Archiv)
 

Bei neuen Protesten gegen Machthaber Alexander Lukaschenko in Weißrussland sind vermummte Sicherheitskräfte gegen Demonstranten vorgegangen. Im Nachrichtenkanal Telegram verbreitete Videos zeigten, wie Uniformierte am Sonntag in der Hauptstadt Minsk Tränengas gegen friedliche Demonstranten einsetzten und so einzelne Kundgebungen auflösten. Zu sehen war, wie Demonstranten vor schwarz gekleideten Uniformierten wegrannten. Zu Mittag war die Rede von zunächst 30 Festnahmen.

Mehrere Tausend Menschen waren in größeren Gruppen in Minsk unterwegs. Aktionen gab es auch in anderen Städten. Erneut waren wieder etwa 15 Metrostationen in Minsk gesperrt, damit Demonstranten nicht ins Stadtzentrum gelangen konnten. Auch das mobile Internet war weitgehend abgeschaltet - diesmal bereits in der Früh. Damit wollten es die Behörden den Demonstranten schwerer machen, sich zu Versammlungen zu verabreden.

Zudem waren mehrere Straßen und Plätze teils mit schwerer Technik abgeriegelt. In der Hauptstadt waren viele Gefangenentransporter zu sehen.

Schwere Krise

Seit der Präsidentenwahl am 9. August steckt das Land in einer schweren innenpolitischen Krise. Der 66-jährige Lukaschenko hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären lassen. Die EU erkennt ihn nicht mehr als Präsidenten an. Die Opposition sieht die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja als wahre Gewinnerin. Sie war aus Angst um ihre Sicherheit ins EU-Land Litauen geflohen.

Es war der mittlerweile 99. Protesttag. Die Demonstranten erinnerten dabei an den Tod eines 31-Jährigen vor wenigen Tagen. Der Mann, den die Demokratiebewegung als Helden verehrt, soll überfallen worden sein. Einen Tag später starb er an seinen schweren Verletzungen. "Wir werden den Tod von Roman Bondarenko nicht verzeihen", schrieb Tichanowskaja bei Telegram. Die Menschen in Weißrussland sollten weiter gemeinsam für Freiheit und ihr Leben kämpfen.

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