Tirol und OÖ betroffenCorona-Ausreisekontrollen: Es werden immer mehr Bezirke

In immer mehr österreichischen Bezirken sind durch die steigenden Coronazahlen Ausreisekontrollen notwendig. Jetzt wurde bekannt, dass es ab Freitag auch Ausreisekontrollen in den Tiroler Bezirken Landeck und Reutte geben wird - außerdem in den Bezirken Kirchdorf und Wels-Land.

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In Nieder- und in Oberösterreich werden seit Tagen tausende Ausfahrten kontrolliert, das Verlassen der jeweiligen Bezirke ist nur mit einem gültigen 3G-Nachweis möglich. Am Mittwoch wurde bekannt, dass es ab Freitag auch Ausreisekontrollen in den Tiroler Bezirken Landeck und Reutte geben wird. Bald wird auch der Bezirk Liezen in der Steiermark betroffen sein.

Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) gab am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Innsbrucker Landhaus bekannt, dass übermorgen in den Bezirken Landeck und Reutte Ausreisekontrollen aufgrund der hohen Inzidenzen notwendig werden. Man muss also entweder geimpft oder genesen sein oder einen negativen Corona-Test vorweisen. Vorerst gelte auch noch ein negativer Antigen-Test, sagte der Landeshauptmann. Er rechnete aber damit, dass es wegen des Anstiegs bei den Intensivkapazitäten der Krankenhäuser "nicht mehr viele Tage dauern wird", bis Stufe 3 des Plans der Bundesregierung in Kraft tritt - und damit Antigen-Tests "der Vergangenheit angehören". Dann wird bei den Ausreisekontrollen nur mehr ein negativer PCR-Test gültig sein. Der Bezirk Reutte weise derzeit eine Inzidenz von 774 auf, der Bezirk Landeck von 667.

Oberösterreich besonders stark betroffen

In Oberösterreich treten mit Mitternacht Ausreisekontrollen in den Bezirken Kirchdorf und Wels-Land in Kraft. Damit sind im Bundesland nun mittlerweile elf von 18 Bezirken betroffen. In Perg, Steyr-Land, Vöcklabruck, Braunau, Schärding, Ried im Innkreis, Freistadt, Gmunden und Grieskirchen wird bereits kontrolliert.

Im Bezirk Kirchdorf lag die gemittelten Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch bei 514,6, in Wels-Land bei 508. Damit war in beiden Fällen die für die Impfquote maßgebliche Schwelle von 500 überschritten.

Die Sieben-Tage-Inzidenz des gesamten Bundeslandes betrug am Mittwoch 660,5. Von den Bezirken und Statutarstädten lagen Linz (347,6) und Wels (371,9) am besten. Braunau überschritt mittlerweile die 1.000er-Schwelle und wies eine Sieben-Tages-Inzidenz von 1.016 auf.

SPÖ-Sicherheitssprecherin Sabine Engleitner-Neu hatte in einer Aussendung am Mittwoch gefordert, der von Stelzer geleitete Landeskrisenstab müsse dringend wirksamere Alternativen erarbeiten. Der Landeshauptmann sei gefordert, "sich nicht hinter dem Bundeserlass zu verstecken, sondern selbstständig Lösungen zu suchen", sagte sie. Die schwarzblaue Koalition lähme Oberösterreich im Kampf gegen Corona. Das sah auch NEOS-Klubobmann Felix Eypeltauer so. Stelzer müsse die Fehler im bisherigen Management eingestehen, Verantwortung übernehmen und endlich entschlossen handeln, mahnte er in einer Aussendung.

Kontrollen auch in Niederösterreich

Stark betroffen ist auch Niederösterreich, wo für die Bezirke Melk, Amstetten, Scheibbs und Lilienfeld sowie für die Statutarstadt Waidhofen an der Ybbs, die ein Hochrisikogebiet mit rund 271.000 Einwohnern bilden, Ausreisekontrollen gelten. Zwischen den einzelnen Hochinzidenzregionen wird nicht kontrolliert. Überprüft wird der 3G-Nachweis jedoch mit Stichproben beim Verlassen dieses Gebiets sowie an der Grenze zu Oberösterreich - auch beim Übertritt in die benachbarten Bezirke Steyr-Land und Perg, die ebenfalls als Hochinzidenzbezirke eingestuft sind. Mehr als 100 Beamte sind täglich bei den Ausreisekontrollen in Niederösterreich im Einsatz. "Wir kommen mit unserem Personal aus", sagte Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner auf APA-Anfrage. Unterstützung kommt von Kräften aus anderen Bezirken, Bereitschaftseinheiten und Polizeischülern.

In den Bezirken Scheibbs und Melk finden Ausreisekontrollen bereits seit 23. Oktober statt. Vergangenen Freitag kamen die Bezirke Lilienfeld und Amstetten dazu, am Dienstag Waidhofen an der Ybbs. Seit Inkrafttreten der Verordnung wurden in Niederösterreich mehr als 23.100 Fahrzeuge kontrolliert und bei rund 33.800 Personen 3G-Nachweise überprüft. Es gab nach Polizeiangaben 758 Zurückweisungen und 15 Anzeigen. Die Bevölkerung habe sich auf die Kontrollen eingestellt und habe großteils den geforderten Nachweis bei der Hand, sagte Schwaigerlehner. Die Beamten versuchen dem Sprecher zufolge, Verkehrsbehinderungen durch die Überprüfungen "so gering wie möglich zu halten". Kontrollen könnten bald auch schon in den Bezirken Neunkirchen und Waidhofen a. d. Thaya notwendig sein. Beide Regionen näherten sich am Mittwoch dem jeweiligen Schwellenwert weiter an.

Auch Salzburger getroffen

In Salzburg sieht die Landesregierung trotz hoher Inzidenzzahlen weiterhin von Ausfahrtssperren für ganze Bezirke ab. Zuletzt standen mit Annaberg-Lungötz, St. Koloman und Adnet drei Gemeinden im Bezirk Hallein (Tennengau) unter Ausreisekontrollen. Diese enden jedoch heute, 3. November, um 24.00 Uhr. Am gestrigen Donnerstag kündigte das Land aber generell Verschärfungen mit 8. November an - vielfach analog zum Stufenplan des Bundes. Zusätzlich wird Salzburg dann am Arbeitsplatz und in zentralen Bereichen des öffentlichen Lebens nur mehr einen negativen PCR-Test als Testnachweis akzeptieren, also die 2,5G-Regel einführen.

Kommentare (2)
STEG
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3
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Die Covid-Welle hat volle Fahrt aufgenommen, betrifft schon 11 Bezirke. Wer MFG wählt, kriegt auch das was er gewählt hat, nämlich wegen hoher Inzidenz Ausreisekontrolle.

madermax
0
7
Lesenswert?

Ein gefinkeltes Volk… die Oberösterreicher…

Belegen einfach Schritt für Schritt alle Bezirke mit Ausreisekontrollen, womit die Kontrollen hinfällig werden, da zwischen den betroffenen Zonen nicht kontrolliert wird, und gleichzeitig der Bewegungsradius erhöht wird…