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MedientagebuchVom Abstand und vom Anstand

Wer hält sich an Abstandsregeln, wenn er nicht einmal mehr die geringsten Anstandsregeln beherrscht?

© Steiff/KK
 

Vor ein paar Wochen kam ich in einem Roman zu einer Passage, in der ein Geschäftsmann einem anderen die Hand zum Gruß entgegenstreckte, und in meinem Hinterkopf rief plötzlich jemand: „Nein!... Nicht...!“

Letztens träumte ich, bei einem Popkonzert in der wogenden Menge zu tanzen, und schimpfte mit mir selber: „Das ist ja verboten!“

Ja, das Thema Corona geht uns längst nicht mehr nur unter die Haut, sondern sogar in die Phantasie und in die (Alb-)Träume.

Bei den Bildern von den verbotenen Demonstrationen am Sonntag in Wien fragte man sich angesichts geifernder bis aggressiver Teilnehmer (einer Journalistin wurde der Fotoapparat im Kung-Fu-Stil aus den Händen getreten): Wer von denen soll sich an Abstandsregeln halten, wenn nicht einmal mehr die geringsten Anstandsregeln gelten? Das diskreditiert auch noch die Letzten unter ihnen, die aus echten Sorgen, Ängsten und Bedenken mitmarschieren.

Übrigens: Gebührenden Abstand kann man ganz leicht vorleben. Oder eben nicht. Derzeit sind ja zwei Meter gefordert. Die Verantwortlichen der Zeit im Bild sollte man jedenfalls einmal einen Zollstab schenken. Testungen hin oder her: Zwischen das Moderatorenpaar passt nämlich, um bei der vorangegangenen Maßeinheit zu bleiben, gefühlt gerade noch ein Elefantenbaby – am besten von der Firma Steiff.

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