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Der Berg ruftTipps für den sicheren Start in Wandersaison

Die warmen Temperaturen locken Wanderer, Kletterer und Mountainbiker wieder in die Berge. Worauf man beim Saisonstart achten sollte.

© Norbert Freudenthaler
 

Die Tage werden wärmer, der Schnee schmilzt nun auch in höher gelegenen Gebieten und Flora und Fauna erwachen aus ihrem Winterschlaf. Kurz gesagt: Der Frühling ist da und zieht Bergsportler zu ersten Aktivitäten ins Gelände. Dabei gibt es zahlreiche Risikofaktoren, die im Rahmen der ersten Frühjahrstouren zu beachten sind. Der Österreichische Alpenverein macht auf diese Gefahrenquellen aufmerksam und entgegnet ihnen mit Empfehlungen und Sicherheitstipps:

Ausrüstungs-Check

„Das regelmäßige Überprüfen der Ausrüstung ist eine wichtige Voraussetzung für Bergsportler. Kletterer und Klettersteigfans sollten vor dem ersten Einstieg am Fels ihre Sicherheitsausrüstung, mittels Funktions- und Sicht-Kontrolle überprüfen“, betont Michael Larcher, Leiter der Bergsport-Abteilung im Österreichischen Alpenverein. Larcher empfiehlt, Textilprodukte wie beispielsweise Seile und Gurte, spätestens nach 10 Jahren auszutauschen – bei häufigem Einsatz entsprechend früher. Auskunft über die vorgesehene Lebensdauer von sicherheitsrelevanten Equipment enthält die jeweilige Gebrauchsanleitung.

Das gehört in den Rucksack

Auch Wanderer sollen laut Alpenverein auf die Bergtauglichkeit ihrer Ausrüstung achten. „Das passende Schuhwerk mit rutschfester Profilsohle ist natürlich ebenfalls eine Grundvoraussetzung für eine sichere Tour“, erklärt Larcher. „Nie vergessen sollten Bergsportler auch ihr Mobiltelefon, ein Erste-Hilfe-Set sowie einen entsprechenden Kälte-, Regen- und Sonnenschutz. In den Rucksack gehört auch ausreichend zu Trinken.“ Weiters empfiehlt Larcher die Mitnahme einer Alu-Rettungsdecke sowie sogenannter Spikes, das sind Schneeketten für die Bergschuhe. Karten und entsprechende GPS-Systeme können ebenfalls hilfreich sein. Bei längeren Bergtouren ist ein Biwaksack nützlich.

Realistische Einschätzung

Die Einschätzung des eigenen Know-hows im Gelände ist eine weitere Basis für ein sicheres Bergerlebnis. Michael Larcher weiß: „Leider wird das eigene Können oft überschätzt. Eine Überforderung mit der jeweiligen Situation am Berg kann verheerende Auswirkungen haben. Deshalb ist es essentiell, ehrlich zu sich selbst zu sein und die eigenen Grenzen zu kennen.“ Das Kursangebot des Alpenvereins kann laut Larcher dabei nicht nur für Fortbildungszwecke, sondern auch zum Auffrischen des eigenen Wissens genutzt werden.

Noch ist der Winter da

Auch wenn der meiste Schnee in den Tälern bereits grünen Frühlingswiesen Platz gemacht hat, so sollten Bergsport-Begeisterte diesen in den Bergen nicht unterschätzen. Die Schneemassen, die der letzte Winter mit sich gebracht hat, erfordern besondere Aufmerksamkeit.

So empfiehlt der Alpenverein sich im Vorfeld über die aktuelle Schnee- und Lawinenlage zu informieren und diese Infos bei der Tourenplanung und Ausrüstungsauswahl dann zu beachten. Hierbei gilt es u. a. auch die Hangausrichtung miteinzubeziehen, da sich die Bedingungen je nach Ausrichtung ändern können. Allgemein gültig ist der Grundsatz, sich auf alle Eventualitäten bestmöglich vorzubereiten und die Bereitschaft, die geplante Tour bei zu hohem Risiko nicht anzutreten oder abzubrechen.

Vorsicht bei Schneefeldern

Beim Wandern in höheren Lagen ist auch beim Überqueren von Altschnee-Feldern besondere Vorsicht geboten. Ein Abrutschen auf der hartgefrorenen Schneedecke an steilen Berghängen kann schwerwiegende Folgen für Wanderer haben. Einmal gestürzt, erreicht man rasch eine hohe Geschwindigkeit, die das selbstständige Abbremsen so gut wie unmöglich macht. „Das Überqueren von steilen, harten Schneefeldern sollte möglichst vermieden werden. Ist dies nicht möglich, so sollten Altschnee-Felder nur mit Spikes und nur dann überquert werden, wenn die Oberschicht der Schneedecke zumindest 10 Zentimeter aufgeweicht ist“, erklärt Michael Larcher.

Kommt es trotzdem zu einem Sturz, dann sollte sich der Gestürzte schnellstmöglich in die Bauchlage drehen und versuchen, in der Liegestützposition mit Armen und Beinen zu bremsen. Schnelles Handeln kann in dieser Situation Leben retten.

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