PocketquadsVorschriften und Risiko: Was Sie über Quads für Kinder wissen sollten

Quads für Kinder, sogenannte Pocketquads werden aufgrund ihrer Größe gern für Spielzeug gehalten. Aber Vorsicht: Die Benutzung birgt ein riesiges Gefahrenpotenzial und es gibt Vorschriften zu beachten. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
© (c) dziewul - stock.adobe.com
 

Quads und ATVs (All Terrain Vehicles) sind vierrädrige Kraftfahrzeuge, die aufgrund ihrer Bauweise Charakterzüge eines Kraftrades aufweisen. Quads werden in der Regel als Sportfahrzeuge und ATVs eher als kleine Traktoren benutzt. Sie können sowohl als Fun- als auch als Arbeitsgeräte dienen. Diese Fahrzeuge gibt es auch für Kinder. "Diese Pocketquads dürfen nur auf privatem, abgesperrtem Gelände oder auf eigens dafür geschaffenen Rennstrecken in Betrieb genommen werden", sagt die ÖAMTC-Juristin Gabriele Zöscher. Für die Verwendung auf Straßen mit öffentlichem Verkehr wäre nämlich eine Genehmigung und eine Kfz-Zulassung erforderlich. "Eine solche kann aber nicht erlangt werden, da diese Fahrzeuge verschiedenste sicherheitsrelevante Bestimmungen nicht einhalten können." Ebenso gilt: "Auf öffentlichen Straßen, Radwegen und Gehsteigen darf damit auch nicht gefahren werden."

Gibt es eine Altersgrenze?

Für das Fahren auf einem privaten Gelände gibt es, wie Zöscher betont, zwar keine Altersbegrenzungen, die Benutzung berge aber ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotential, "weil Pocketquads, wie auch Pocketbikes, aufgrund ihrer geringen Größe oft für Spielzeug gehalten werden und die Gefahr dadurch überschätzt wird." Es gebe schließlich auch Modelle, die eine Höchstgeschwindigkeit bis zu 80 km/h erreichen. "Daher stellen sowohl Miniaturmotorräder und auch die Pocketquads auch dann ein großes Unfallrisiko dar, wenn sie ausschließlich auf Privatgrund ohne öffentlichen Verkehr benutzt werden."

Die Empfehlung des ÖAMTC lautet: "Auch wenn es Spaß macht, mit solchen Miniatur-Quads zu fahren, sollte aus Sicherheitsgründen und um mögliche Verletzungen von vorneherein zu vermeiden, gut überlegt werden, ob das Kind schon geeignet ist, das jeweilige Kinder-Quad gefahrlos zu lenken." Und wenn doch, dann empfehle es sich, das Kind mit einem geeigneten Sturzhelm und geeigneter Schutzbekleidung auszurüsten."

Quads mit Straßenzulassung

Quads und Trikes, die man immer wieder auch auf öffentlichen Straßen sieht, zählen als mehrspurige Kraftfahrzeuge. Sie unterliegen der Vignettenpflicht, in Kurzparkzonen muss ein Parkschein für sie gelöst werden und der Lenker muss über einen Führerschein verfügen. Welche Lenkberechtigung Voraussetzung ist, hängt unter anderem von Bauartgeschwindigkeit und Hubraum ab. Die Lenkberechtigung der Klasse B umfasst in jedem Fall alle derartigen Fahrzeuge. 

Unterwegs mit Mopedführerschein

Der sogenannte Mopedführerschein, genauer gesagt die Lenkberechtigung der Klasse AM mit der Eintragung 79.02, reicht laut ÖAMTC aus, wenn es sich um ein vierrädriges Leichtkraftfahrzeug der Klasse L2 bzw. seit 28.10.2005 Klasse L 6e (Leermasse von nicht mehr als 350 kg, Bauartgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h, Hubraum für Fremdzündungs-/Benzinmotoren von nicht mehr als 50 ccm oder maximaler Leistung von nicht mehr als 4kW für andere Motortypen) handelt. Das Mindestalter für die Lenkberechtigung der Klasse AM mit dem Code 79.02 ist der 15. Geburtstag.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!