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Internet-PhänomenCat Content: Warum uns Katzen "klicklich" machen

Der Miau-Faktor: Warum Stubentiger in der Werbung omnipräsent sind und wie die digitalen Miezen weltweit unsere Sprache verändern.

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Sie flitzen auf Staubsaugerrobotern über Bürobildschirme. Sie spielen ihren tierischen Wohnungskollegen böse Streiche oder blockieren Aufmerksamkeit heischend die Tastaturen ihrer Besitzer. Sie sind überall: kein Tag ohne Katzen im Internet - #Purrfect!

Cat Content nennt sich das Phänomen, das das kurzlebige Umfeld namens Internet, in dem es entstanden ist, jeden Tag aufs Neue austrickst, indem immer wieder neue Katzeninhalte hochgeladen und auch geklickt werden. Videos, Fotos und Blogs, in denen sich alles um die eigenwilligen Haustiere dreht, halten sich hartnäckig. Katzenbesitzer bauen sich mithilfe ihrer Stubentiger eine gesicherte, distanzierte digitale Zweitidentität auf.

Im digitalen Miezhaus: Cat-Content

Hamilton, die Hipsterkatze (Kalifornien)
Er ist der Trendsetter unter den Katzen und trägt einen echten „Schnurrbart“. Der ehemalige Streuner hat mittlerweile neben seinem Instagram-Account oder einer Facebook-Seite einen eigenen Youtube-Kanal.



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Zahnlos, aber glücklich: Lil Bub (Indiana)
Auch Kätzchen Lil Bub kam unter anderem mit einer genetischen Mutation auf die Welt, dem sogenannten felinen Dwarfismus. Sie und Grumpy Cat sind die Stars der  Dokumentation „Lil Bub & Friendz“.

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Nala, die Katze mit dem Silberblick (Los Angeles)
Auch Kätzchen Nala wurde von ihren ersten Besitzern im Tierheim abgegeben, wo sie ihr aktuelles Frauchen Varisiri Mathachittiphan fand. Seither kämpfen beide gegen Tierleid.

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Venus, mit den zwei Gesichtern (Florida)
Gerne wird Venus als Chimäre bezeichnet. Selbst beschreibt sie sich so: „Ich bin pflegeleicht, lieb und süß. Ich kann gegenüber anderen Tiere etwas herrisch sein. Lass dich von meiner Größe nicht täuschen.“

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Hund oder Katze? Atchoum (Kanada)
Er spaltet das Netz. Hund, Katze, Ewok? Bei dem Fellknäuel mit Charakter handelt es sich um eine Perserkatze mit beschleunigtem Haarwachstum. Deswegen muss Atchoum auch regelmäßig zum Frisör.

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Grumpy, der Griesgram (Arizona)
Eigentlich ist es ja unfair, alle meinen, dass Kätzchen Grumpy grantig ist, dabei leidet auch sie an feliner Kleinwüchsigkeit. Doch ihr Blick hat ihr eine riesige Fangemeinde beschert.

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Monty, der Herzensbrecher (Dänemark)
Facebook: 412.000 Fans
Seine Besitzer haben ihn in einem Tierheim entdeckt, wo er viel Zeit verbracht hatte. Heute ist er ein Internetstar. Der Kater leidet an Chromosomenanomalien, die man mit dem Downsyndrom vergleichen kann.

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Sam mit den Augenbrauen (New York)
Facebook: 480.000 Fans
Dank zweier schwarzer Flecken auf seiner Stirn sieht Kater Sam stets grübelnd aus. Fans können sich mittlerweile schon T-Shirts, Kaffeehäferln oder Handyhüllen mit dem Aufdruck seines Konterfeis sichern.

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So näherte sich auch die Grazer Soziolinguistin Edith Podhovnik dem Katzenthema an. „Ich wollte selbst nicht auf Facebook aktiv sein, aber ich sah, dass einer meiner Kollegen unter dem Namen seines Katers ,Professore Mauz' postete, und dachte mir, dass ich das doch auch tun könnte.“ Mittlerweile ist ihre Katze Murrli auf Facebook, Instagram und Twitter vertreten und Besitzerin Edith Podhovnik um ein Forschungsthema reicher: Katzen im Internet und wie sie unsere Sprache verändern. „Schon nach kurzer Zeit habe ich bei den Hashtags bemerkt, dass Wortteile weggelassen werden und durch andere Worte wie 'Meow' (Miau) oder 'Purr' (Schnurren) ersetzt und so ,katzifiziert' werden.“ So entstehen Wortkreationen wie „Meowtoo“, „Purrfect“ oder „Kittyleaks“. Die Soziolinguistin nennt diese Wortkonstellationen „Meowlogismus“ (Miaulogismus), abgeleitet von Neologismus, der Wortneuschöpfungen umschreibt. „Dieser Umgang mit Sprache findet nicht nur in englischsprachigen Ländern statt, es handelt sich um ein weltweites Phänomen. Im Englischen ist es aber leichter, da Aussprache und Schrift ja oft nicht zusammenpassen.“

Warum tummeln sich so viele Katzen im Internet?

Natürlich hat sich die zweifache Katzenmama auch mit der Frage auseinandergesetzt, warum Katzenbesitzer so gerne und häufig ihre Haustiere posten. Eine These lautet, dass Hundebesitzer ihren Vierbeiner ausführen und der Öffentlichkeit präsentieren können. Mit Katzen muss man aber ins Internet als Bühne ausweichen. In einer weiteren Arbeit stellte sich Edith Podhovnik die Frage, warum Stubentiger auch in der Werbung allgegenwärtig sind. Vor allem: Auch wenn es sich um Produkte handelt, die mit Katzen so gar nichts zu tun haben. „Kollegen konnten belegen, dass Katzen die Stimmung heben und dem Menschen einfach guttun.“ Außerdem entsprechen sie nicht nur dem Aussehen nach dem Kindchenschema, ihr Weinen erinnert an das eines Babys und auch beim Gewicht gleichen sie sich.

Vielleicht sind die vielen Miezekatzen aber auch ein Schritt zurück aus einer Welt der harten Fakten und schlechten Neuigkeiten. So wurde zum Beispiel während und nach der Terroranschläge in Barcelona das Netz mit Katzenbildern geflutet. Natürlich machen sich die Stubentiger aber auch füreinander stark. Unter „#Adoptdontshop“ wird dafür geworben, Tiere aus dem Tierheim zu holen, anstatt sie beim Züchter zu kaufen. Da kann man nur sagen: #Purrfect.

Zur Person

Die Soziolinguistin Edith Podhovnik lehrt an der FH Joanneum Graz und forscht zu „Katzen in der Öffentlichkeit“. Demnächst werden ihre Forschungsergebnisse in der Cambridge University Press veröffentlicht.

 

Eine Anleitung für Stubentiger, die groß rauskommen wollen

Mit einem Augenzwinkern erklärt Patricia Carlin in „How to Make your Cat an Internet Celebrity“, wie man seinen Stubentiger zur Internetgröße machen könnte. Denn hinter den felinen Stars im Netz steckt auch harte Arbeit ihrer Besitzer. Das beginnt bei der Fellpflege des zukünftigen Stars und geht über eine Anleitung, wie man die Kuschelmonster am besten vor die Kamera bringt. Vor allem sollte man sich aber auf die felinen Stärken des Haustieres konzentrieren. Ist Ihre Katze besonders faul? Kann Sie besondere Kunststücke oder miaut sie ungewöhnlich? Oder sieht sie herzzerreißend kuschelig aus? All das könnte Ihre Katze nicht nur zum Star zu Hause, sondern auch im Netz machen.

 

 

 

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lieschenmueller
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Viele schöne Fotos und Wissenswertes heute hier

Macht klicklich und ist Balsam für die Seele im Vergleich zu den üblichen Nachrichten. Habt einen Euch gebührenden Katzentag, liebe Samtpfoten!

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Ichweissetwas
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Jede Katze ist für sich eine Persönlichkeit,

sie ist der "Herr" im Hause und zeigt was sie will oder eben nicht......wohl darum ziehen uns Katzen in ihren Bann, da sie Individualisten sind.

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