1) Inwiefern hat das Sprechen mit Maske eine Auswirkung auf die Stimme?

Leise Stimme, dumpfer Klang: Ein Mund-Nasen-Schutz bremst den Schall, weshalb das Sprechen mit Maske schnell zur Herausforderung werden kann.

Über unser Hörorgan und das Gehirn wird uns signalisiert, dass unsere Stimme zu leise ist. Um die Balance wieder herzustellen beginnen wir also lauter zu sprechen. Der Grazer HNO-Arzt Georg Philipp Hammer erklärt, dass dadurch deutlich mehr Energie und Muskelarbeit im gesamten Stimm- und Sprechapparat aufgewendet werden muss.

Zu den Folgen können Dinge zählen wie: eine ermüdete Stimme, Heiserkeit, Husten und Halsschmerzen. Es sind Beschwerden wie diese, mit denen Georg Philipp Hammer in den letzten Wochen und Monaten immer wieder zu tun hatte. Betroffen seien vor allem Menschen mit Sprechberuf.

Studien, die das Tragen einer Maske und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Stimmproduktion über einen längeren Zeitraum untersucht haben, gibt es bis dato aber noch nicht.

2) Was steckt dahinter?

Laut Georg Philipp Hammer sei dieses Phänomen seit mehr als 100 Jahren als der sogenannte „Lombard-Effekt“ bekannt. Sobald ein Sprecher mit Hintergrundgeräuschen konfrontiert ist, beginnt er seine Lautstärke zu erhöhen. Der "Lombard-Effekt" tritt etwa dann auf, wenn ein Lehrer vor einer lauten Klasse sprechen muss.

3) Wie lässt sich die Stimme schonen?

Um Schmerzen vorzubeugen rät Georg Philipp Hammer zu „stimmhygienischen Maßnahmen“. Dazu zählen:

  • eine aufrechte Haltung beim Sprechen
  • tiefes Einatmen und ein normales Sprechtempo 
  • ein gutes Raumklima in Form von genügend Belüftung und Luftfeuchtigkeit
  • eine ausreichende Stimmerholung nach übermäßiger Belastung

Und auch mit der richtigen Ernährungsweise könne man laut Georg Philipp Hammer einiges bewirken:

  • Übersäuerung und zu scharfe oder zu heiße/kalte Speisen und Getränke vermeiden
  • auf Alkohol und Nikotin (selbst passiv) verzichten
  • auf reichlich Flüssigkeit achten

4) Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Der Experte rät: Jede Stimmstörung, die länger als drei Wochen andauert, sollte einer fachärztlichen Abklärung zugeführt werden.

Mehr zum Thema