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Gesundheit

Rauchverbot in Lokalen: Wirte nehmen Prämie nicht an

Österreichs Wirte erhalten noch bis Juli 2016 eine Prämie für den vorzeitigen Umstieg auf völlig rauchfreie Lokale. Wirtschaftskammer und Nichtrauchervertreter orten jedoch eine geringe Beteiligung. Von Stefan Tauscher.

© APA/HELMUT FOHRINGER
 

"Viele Wirte wissen gar nicht von dieser Prämie", sagt der aus Innsbruck stammende Nichtrauchervertreter Robert Rockenbauer. Es geht um die Investitionsschutzprämie, die Lokalbesitzer bei der Umstellung auf ein komplettes Rauchverbot noch vor dem 1. Juli 2016 in Anspruch nehmen können. Mit 1. Mai 2018 soll ja dann ein vollständiges Rauchverbot in Österreichs Gastronomiebetrieben in Kraft treten.

An die Wirte wird dabei kein Geld ausbezahlt, sie erhalten eine steuerliche Gutschrift in Höhe von 30 Prozent des Restbuchwerts von getätigten Investitionen für die Trennung in Raucher- und Nichtraucherbereiche. Konkrete Zahlen, wie viele Wirte diese Prämie bis jetzt in Anspruch genommen haben, liegen allerdings nicht vor. Im Gesundheitsministerium verweist man auf das Finanzressort. Für dieses erklärt Johannes Pasquali: "Wir nehmen erst ab Juli eine konkrete Auswertung vor."

Angst vor Verlust der Gäste

"Von den Länderkammern wissen wir von wenigen Anfragen zum Thema", sagt Gerald Gumpoltsberger vom Fachverband für Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich. Viele Wirte hätten Angst, dass sie bei einem früheren Umstieg Gäste an die Konkurrenz verlieren würden, hatte Mario Pulker, der Obmann des Fachverbandes, vor wenigen Wochen mitgeteilt.

In dieselbe Kerbe schlägt auch Rockenbauer: "Viele Wirte sagen: 'Und wenn ich 50 Prozent erhalte, mache ich es nicht, weil dann die Gäste zum Nachbarn rennen. Und das kann ich mir nicht leisten!". Er habe rund 50 Lokalbesitzer im Raum Innsbruck befragt, nur drei davon wollen vorzeitig den Tabak aus ihren Räumlichkeiten verbannen. "Viele haben ihre Investitionen auch bereits abgeschrieben", sagt der Bundesleiter der Österreichischen Schutzgemeinschaft für Nichtraucher dazu. Der Tiroler fordert zudem eine einfachere Administration: "Die Einreichung ist zu kompliziert, man braucht fast einen Steuerberater".

STEFAN TAUSCHER

Kommentare (7)

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Sternschnuppe8
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Als Wirt ist man wirklich arm!

Jeder Wirt soll selbst entscheiden dürfen wie er seinen Betrieb führt - immerhin unterstützt ihn ja auch keiner wenn es ums Steuern zahlen geht

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dottore0815
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Gleichheitsprinzip

Hätte man gleich ein generelles Rauchverbot ohne Ausnahme umgesetzt, hätte niemand seine Gäste verloren, und es hätte auch niemand in teils absurde Raumteiler investieren müssen. Das Argument mit der Kälte im Winter, dass den Rauchern nicht zugemutet werden kann, und einer 100 jährigen Übergangsfrist stinkt eh zum Himmel, so wie manches andere :)

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Solange es in Krankenanstalten Raucherzimmer gibt,ist jedes Rauchverbot eine Farce.

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Kreutzbruck0
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Darf

eigentlich in den Gefängnissen geraucht werden, oder trifft die Bevormundung nur nicht vorbestrafte StaatsbürgerInnen?

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Dummheit der Wirte

ist nicht zu überbieten und die Standesvertretung unterstützt diese noch.
Habe beruflich sehr viel Kontakt zu Wirten nach Südtirol und auch diese zeigen Unverständnis für die österreichische Regelung.
Kein einziger Wirt musste wegen des Rauchverbotes zusperren oder hatte irgendwelche Einbußen, vielmehr sind sie froh über die Regelung weil allein schon der Gestank in den Lokalen durch kalten Rauch Vergangenheit ist.

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Kein Wirt will in seinen Lokal vor die Tür rauchen gehen.

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Kreutzbruck0
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Dafür

darf man weiterhin gratis Diesel schnuppern, besonders in Städten und vor Schulen.

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