Der Frühling ist da, die Zusammenlegung von Rad- und Fußwegen schreitet voran; vielleicht schaffe ich es ja dieses Jahr, auf dem Radweg angefahren zu werden. Ich werde nämlich immer besser darin, bei Stadtbeschlenderungen jemandem vor die Spur zu steigen. Ein interessantes Schaufenster, architektonisches Detail oder Menschenexemplar: Man schaut, macht zwei, drei Schritte; schon steht man wieder auf dem Rad- bzw. jemandem im -weg. Recht häufig etwa dem Lenker eines Elektrorollers, eines jener mopedähnlichen Zweiräder also, die auf städtischen Radwegen allgegenwärtig und viel gehasst sind. In die Feindseligkeit mag ich nicht einstimmen, weil die Kritik an den Vehikeln allzu gern in Richtung Essenszusteller-Bashing abbiegt, dabei sind sie die geistesgegenwärtigsten Verkehrsteilnehmer, die ich kenne, und damit der Hauptgrund für meine fortgesetzte Unversehrtheit beim Traumselig-durch-die-Stadt-taupern.
Sonntagskolumne
Spricht was gegen Muskelkraft?
© Jürgen Fuchs