Jetzt auf Sky"Dexter" ist zurück: Blutauffrischung des peniblen Killers

Michael C. Hall kehrt acht Jahre nach dem offiziellen und enttäuschenden Serienende als Dexter Morgan zurück. Eine Serie, in der nicht nur der mordende Titelheld in alte Muster verfällt. Zu sehen ist "Dexter: New Blood" auf Sky.

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Dexter - S1
Dexter (Michael C. Hall) will mit seiner blutigen Vergangenheit abschließen. © (c) Die Verwendung ist nur bei redaktioneller Berichterstattung im Rahmen einer Programmank�ndigung ab 2 Monate vor der ersten Auss (Kurt Iswarienko)
 

Ein Alkoholiker bleibt ein Alkoholiker, auch wenn er seit Jahren trocken ist. Demselben Muster folgend verhält es sich mit einem Mörder und insbesondere mit einem Serienmörder: Das ist ein kein Attribut, das sich abwaschen lässt wie das Blut an seinen Fingern.

Wen wundert also, dass der notorisch Hackebeil-Fetischist Dexter Morgan acht Jahre nach dem Ende der erfolgreichen Serie "Dexter" die alten, blutigen Geister nicht losgeworden ist, die erblickt, wer den Vorhang ein wenig zu heben wagt. An der Oberfläche ist Jim, wie sich Dexter in der Fortsetzung "New Blood" (zu sehen auf Sky) nennt, die personifizierte Harmlosigkeit, die sein Glück in der Unschuld sucht: Abends schwingt er beim Line Dance mit seiner uniformierten Freundin das Bein, tagsüber verdingt er sich in einem Waffengeschäft als braver Verkäufer. Kurzum, die erste Folge zeigt einen Mann, der keinem Tier etwas zuleide tun kann. Menschen allerdings schon.

Die Serie "Dexter" (2006-2013) fiel noch in die Anfangsphase der zeitgenössischen Seriendramaturgie. Im Mittelpunkt stand acht Staffeln lang ein empathieloser Forensiker, der seine Hyperintelligenz als Rächer auslebte: Er tötete jene, die es seiner Meinung nach verdient haben und spielte mit der Polizei ein endloses und mit den Jahren ermüdendes Katz-und-Maus. Dargestellt wird Dexter auch in der Fortsetzung von Michael C. Hall. Der 50-Jährige hat fast seine halbe Serienkarriere mit dem Tod verbracht. Sein Durchbruch gelang ihm Anfang der 2000er in Alan Balls Meisterwerk "Six Feet Under".

Die Frage, warum "Dexter" nach acht Jahren aus der Versenkung geholt wird, vermag die seit dieser Woche abrufbare erste Folge noch nicht zu beantworten, sondern bringt allenfalls ein "warum auch nicht" vor. Ein vernünftiger Grund wäre die Revision des verunglückten Serienfinales, für das nun entschädigt werden soll. Als Entschädigung taugt die Fortsetzung allerdings bloß bedingt: Einige Szenen des vermeintlichen Kleinstadtidylls von "New Blood" wirken übereifrig stilisiert, die Figurenzeichnung ist oberflächlich und der Handlungsaufbau überschaubar raffiniert. Dafür erfreut Michael C. Hall als überpenibler, faszinierender Serienkiller, der sich seinem Schicksal fügt, ohne dabei unsympathisch zu sein. Diese Figur ist es, die diese Serie zusammenhält.

Ob es die Fortsetzung also gebraucht hat? Mehr als zwölf Millionen Abrufe des Trailers weisen immerhin daraufhin, dass die Neugierde auf "Dexter: New Blood" enorm ist.

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