Kritik "Du Sie er & wir"Wollen wir unsere Liebespartner(innen) tauschen?

Ein neuer deutscher Netflix-Film fragt: Was passiert, wenn zwei befreundete Paare die Partner bzw. Partnerin wechseln? Die Antwort ist eine seichte Lektion über das Thema Liebe.

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Die Idylle täuscht: Ein Partnertausch macht die Welt nicht unbedingt einfacher. © Netflix
 

Manchmal ist die Medizin gefährlicher als die Krankheit. Nein, damit soll jetzt keine Diskussion über die Coronamaßnahmen vom Zaun gebrochen werden. Dieses Mal wird es persönlich: Es geht um Paartherapie.

Die Idee von "Du sie er & wir" ist schnell erklärt: Zwei befreundete Paare beschließen, ein Experiment zu wagen und tauschen Partner. Die einzige Regel lautet, die neuen Duos dürfen miteinander keine Bettgeschichte anfangen. Wie gut das funktioniert, können Sie sich denken. Erzählt wird im Film die finale Phase des Experiments, für das sich die vier Personen in eine idyllische Hütte am Meer zurückgezogen haben. Und auch hier ahnt die erfahrene Zuschauerschaft: Wo die Idylle so idyllisch, dort wird das Drama so dramatisch.

Tatsächlich bleibt der Film mit Paula Kalenberg, Jonas Nay, Nilam Farooq und Louis Nitsche aber bemerkenswert unaufregend. Die Geschichte plätschert kontinuierlich vor sich hin und labt sich ausgiebig an der Grundidee. Was bedeutet Liebe, welchen Wert hat Treue und wie passt das alles mit Sex zusammen? Das Potenzial für ein intensives Kammerspiel ist gegeben, wird aber gegen Unterhaltung eingetauscht, die nicht ans Eingemachte will. Am Ende ist "Du sie er & wir" leider so seicht geraten, wie das Wattmeer.

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