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Doku auf PrimeRassismus im Fußball - Helden, von den Fans gehasst

Rassismus im deutschen Fußball ist das Thema der neuen Dokumentation "Schwarze Adler" auf Prime Video.

Zwischen Heimat, Identität, Sehnsucht und Rassismus: "Schwarze Adler" behandelt ein ambivalentes Feld. © Prime Video
 

"Ich wurde geliebt als Fußballer, aber abgelehnt als Mensch": Nach rassistischen Dauerbeleidigungen durch das Publikum platzte Hertha-BSC-Fußballer Jordan Torunarigha während eines Spiels der Kragen. Übermannt von seinen Gefühlen, warf er in einer hilflosen Geste eine neben dem Spielfeld stehende Getränkekiste auf den Boden, wofür er vom Schiedsrichter vom Feld geschickt wurde. Die Affenlaute der Menge blieben freilich ungesühnt.

Geschehen ist der Vorfall nicht etwa vor Jahrzehnten, sondern im Vorjahr. Wie Torunarigha sprechen in der Dokumentation "Schwarze Adler" (zu sehen auf Prime Video) zahlreiche ehemalige und aktuelle Fußballer und Fußballerinnen über ihre Rassismuserfahrungen. Von Jimmy Hartwig, Sohn eines US-Besatzungssoldaten, bis Erwin Kostedde, der es als erster dunkelhäutiger Spieler ins DFB-Nationalteam schaffte. Aber auch Gerald Asamoah, Souleymane Sané, Anthony Yeboah, Cacau oder Ex-DFB-Bundestrainerin Steffi Jones kommen zu Wort – Letztere ist in der Männerdomäne doppelt stigmatisiert.

Als der technisch versierte Guy Acolatse in den 60ern für St. Pauli stürmte, kamen die Leute wegen ihm ins Stadion, erinnert sich der Fußballspieler aus Togo: "Die Leute haben mich angesehen, als würde ich sie gleich fressen." Eine Hautfarbe als Objekt der Sensationsgierigen, in der Tradition (post-)kolonialer Menschenausstellungen.

Der Rassismus der Dumpfen auf den Rängen fand sich feiner artikuliert in TV-Sportstudios wieder: "Sie sehen ein bisschen anders aus. Das liegt vermutlich nicht nur am schönen Wetter", wird Anthony Baffoe vom Moderator begrüßt. Die "schwarze Perle" als Kuriosum, Gast und Fremdkörper.

"Schwarze Adler" – Teil des deutschen Wappens – zielt nicht auf einen vorwurfsvollen Ton ab, diese herausragende Doku lenkt den Blick auf ein Thema, das in der Sportberichterstattung wenig Beachtung findet: Worauf ist man stolz, wenn man im Nationalteam spielt? Und wie fühlt es sich an, zugleich verachtet und bewundert zu werden?

Die Dokumentation fokussiert auf eine Sportart, in der integrative Kraft und Ausgrenzung nebeneinander existieren. Und auf Kulturen, die lange in richtigen und falschen Hautfarben dachten und es ein Stück weit noch heute tun.

Kommentare (5)
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Hapi67
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1
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Kapitulation

Textpassage:
Der Rassismus der Dumpfen auf den Rängen fand sich feiner artikuliert in TV-Sportstudios wieder: "Sie sehen ein bisschen anders aus. Das liegt vermutlich nicht nur am schönen Wetter", wird Anthony Baffoe vom Moderator begrüßt.

Wenn das Rassismus ist, hilft nur mehr bedingungslose Kapitulation und Abschaffung wegen Feigheit und Dummheit.

Vielen Dank

Mezgolits
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3
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Die Affenlaute der Menge blieben freilich ungesühnt.

Vielen Dank - ich meine: Nur so eine Menge, gibt eine Menge Geld, für so etwas aus. ESM

Weltreisender
3
5
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Und

nur weil ich Geld ausgebe, darf ich andere rassistisch oder homophob beleidigen? Sicherlich nicht. Genau diese sogenannten Fans gehören aus dem Stadion geworfen. Die Ultras und wie die Fangruppen sich auch nennen, können auch gleich mitverschwinden.

Mellmack
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Warum?

Und warum gehören die Ultras gleich mit weg?
Das würd mich Interessieren.

Die Ultras Rapid sowie die Ultras von Sturm setzten sichvseit Jahren gegen Rassismus ein.
Das sind nur 2 von mehrere in Österreich

Mezgolits
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Vielen Dank an beide Kollegen - ich meine:

Je mehr Gegeneinander-Kämpfereien veranstaltet werden - umso egoistischer
werden viele Personen - statt bestmöglich zusammen zu arbeiten.