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InterviewWarum ZIB-Moderator Tarek Leitner nun "ZuschauerInnen" begrüßt

Eine kleine Pause sorgt für Diskussionen: ZiB-Moderator Tarek Leitner im Gespräch über das Binnen-I, den Sprachwandel und eine neue Sachlichkeit in der Debatte um gendergerechte Sprache.

Tarek Leitner: "Ich bin der Meinung, es ist ja schon vorbei mit dem generischen Maskulinum." © ORF
 

Herr Leitner, es fällt auf, dass Sie als Moderator der „Zeit im Bild“ seit einiger Zeit bewusst das Binnen-I hörbar machen, wenn sowohl Männer als auch Frauen gemeint sind – etwa mit einer Pause im Wort „ÖsterreicherInnen“. Welche Publikumsreaktionen gibt es darauf?

Kommentare (32)
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PicGer
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Ganz wichtig....

Das sind genau jene Sorgen, die die Menschheit derzeit hat.

mobile49
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es ist mit bedauern festzustellen ,

dass in österreich der großteil der männer noch im mittelalter verharren .

traurig , dass man im 21.jhd. überhaupt über so ein thema diskutieren muss .
es sollte doch eine selbstverständlichkeit sein , gleichberechtigung auch im sprachsatz zu haben .

anscheinend stimmt das oft belächelte sprichwort :
ein mann ein wort
eine frau ein wörterbuch

nur sollte man nicht vergessen dazuzusagen :
anscheinend hat ein mann nur ein wort zur verfügung

ironie off

sugarless
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Bruderkogel

Und bei Hohentauern gibt es den Bruderkogel, Sauerei: bitte auch Schwesterkogel. Soviel Zeit muss sein.

hansi01
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Finde das Gendern ganz ok.

Kritisch wird es erst, wenn wir Männer gezwungen werden die von uns erzeugten Kinder selbst auszutragen. Und wenn ich beim Wandern erst ein Gebüsch suchen muss und nicht den erstbesten Baum benützen darf.

VH7F
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Was ist Zib?

Mein TV zeigt mir das nie.

VH7F
4
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Liegt wohl am eingebauten "Bad-News"-Filter?

?

Carlo62
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Klingt zwar wie eine kurze Tonstörung

und behindert den Redefluss. Aber wenn es die Menschheit weiterbringt...

fragment
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Binnen -i

Mit Freude habe ich die Aussprache von Herrn Leitner wahrgenommen. Wenn schon dieser Unsinn ( diese Unsinnin) sein muss, hat er hier eine sehr elegante Lösung gewählt. Bei den meisten anderen hört man ja nur mehr die weibliche Form heraus, das kann es ja auch nicht sein.

tupper10
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Wann checken die Gender-Fanatiker,...

... dass die etymologisch größten Unsinn verzapfen. "Die Zuschauer" ist kein "genetisches Maskulinum", sondern der "generische Plural", der in der Form bei vielen Wörtern zufällig dem Maskulinum gleicht. Nicht bei allen Wörtern: "Die Kinder" ist Plural, und niemand würde auf die Idee kommen (hoffentlich), Mädchen als "Kinderinnen" zu bezeichnen. Das ganze Gender-Getue ist Sprachvergewaltigung durch Interessensgruppen, die von Sprache keine Ahnung haben und die in allem etwas Maskulines und daher von vornherein Suspektes zu erkennen verneinen.
Der Wahn macht ja nicht einmal vor literarischen Texten Halt, wie die Diskussion um die Bundeshymne zeigt: Literarische Texte sind geistiges Eigentum ihrer Erschaffer (Achtung: genetischer Plural!), als solche Produkte ihrer Zeit und unantastbar. Kunstwerke zu verändern, damit sie modischen Strömungen entsprechen, ist Kunstfrevel. Was mit der Hymne beginnt, endet bei "Die RäuberInnen" von Schiller (SchillerIn?) oder "Die WeberInnen" von Gerhard Hauptmann (Hauptperson?).

erstdenkendannsprechen
24
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und die bundeshymne schon wieder:

die bundeshymne wurde VOR der letzten änderung (mit den töchtern) schon so zwei- dreimal im text geändert. hat keinen gestört, da haben sie nicht gejault. aber gott bewahre man will die töchter erwähnen....
ich kann mich noch gut an die diskussion in der schule (hauptschule) damals erinnern, als ein mädchen meinte, sie findet es nicht richtig, dass nur die "söhne" angesprochen werden, weil es so viele große frauen in der geschichte gegeben hat. hab ich damals nicht verstanden, ist mir jetzt aber einleuchtend. ebenso die aussage einiger frauen in meinem umfeld, dass sie sich nicht wirklich angesprochen fühlen, wenn immer die männliche form verwendet wird. ich hab mir dann in der firma angewöhnt, nur die weibliche form zu verwenden (liebe kolleginnen usw.). bisher wurde immer einfach männlich verwendet, der chef meinte, die frauen sind mitgemeint. als ich rein die weibliche verwedente, war der protest der männer riesig. das argument, die männer wären mitgemeint, wurde nciht gelten gelassen.
wo bitte ist das große problem, wenn man sprache gleichberechtigt verwendet? tut ihnen das persönlich weh? sollten sie sich ev. fragen, warum das so ist....
bei der diskussion um die bundeshymne könnten sie sich wirklich schlau machen bezüglich "unantasbar" usw: war bei den anderen, vorherigen änderungen kein problem.
(übrigens werden musikstücke, liedtexte -insbesondere bei hymnen- ständig angepasst, und das war auch schon immer so)

tupper10
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@erstdenkendannsprechen

Nein, so ei nfach ist das nicht mit dem Verändern literarischer Texte. Stellen Sie sich vor, Sie schreiben ein Gedicht, und dann würde jemand herkommen und es verändern, zB gendern. Das wäre dann nicht mehr "Ihr" Werk. Rhythmus dahin, Sprachfluss dahin etc. "Das war schon immer so" ist kein Argument und außerdem unzutreffend.
Und es geht nicht darum "Sprache gleichberechtigt zu verwenden". Gleichberechtigt ist die Sprache ohnehin, denn "Zuseher" ist Plural und nicht Maskulinum. Das Binnen-I ist nicht Gleichberechtigung, sondern Unsinn, weil sie zum beidgeschlechtlichen Plural noch zusätzlich das Femininum draufsetzt.

erstdenkendannsprechen
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dann machen sie sich bitte schlau: mit der verwendung

als bundshymne hat die texterin (fr. perdakovic) ihre rechte auch abgetreten. so einfach war das in der vergangenheit, so einfach ist das heute. übrigens war die änderung der hymne ein einstimmiger parlamentsbeschluss - gibt es auch nicht alle tage. so einfach ist das.
die zuseher ist übrigens plural von der zuseher, wenn sie ein bisschen sprachkundig sind. es muss ja nicht das binnen-i sein: neutrale formulierungen oder einfach die weibliche form (die männer sind dann mitgemeint)

der alte M.
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Erstdenken:

Die Dichterin der Bundeshymne hieß Paula PRERADOVIC. Das sollte man als Österreicher*in zumindest wissen.

heinzpohl
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Korrekte Schreibung

Preradović (c + ´ ), geborene von Preradović, verehelichte Molden

mobile49
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anscheinend fühlen sich die herren der schöpfung dann wie kastraten

schon klar , wenn man zur kategorie der liebhaber von "protzautos" etc. gehört .

arme männchen ?

selbstbewusste männer müssen doch kein binnen-I fürchten

tupper10
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@mobile49

Haben Sie auch einen Diskussionsbeitrag zu bieten oder nur Unterstellungen? Es geht hier um Linguistik. Sie sind ganz offensichtlich falsch hier. Sonst hätten Sie verstanden, dass nicht über emotionale Befindlichkeiten debattiert wird, sondern über etymologische Grundlagen. Ihr Posting hat das Thema daher klar verfehlt.
PS Ich kann mangels Führerscheins nur mit einem Protz-Fahrrad aufwarten. So viel zu Ihrer Fachkenntnis.

mobile49
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@tupper10

die lächerlichkeit ist , dass im 21 . jhd. darüber diskutiert werden muss und es nicht selbstverständlich ist , dass frau und mann gleichberechtigt sind und natürlich auch gleichberechtigt genannt werden m ü s s e n
punkt

tupper10
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@erstdenkendannsprechen

Erklärungsversuche sind offenbar fruchtlos:
Bei "Zuseher" sind nicht Männer "mitgemeint" (wie dies von Gender-Verfechtern immer wieder falsch behauptet wird), sondern "Zuseher" ist der Plural, der alle Geschlechtet einschließt. Daher ist es keine zutreffende Analogie, wenn behauptet wird, "Zuseherinnen" könne Männer "mitmeinen".
Und die Frage der Verunglimpfung von Kunstwerken ist nicht auf den rechtlichen Standpunkt zu reduzieren. Es geht auch um kunstästhetische Aspekte, die mit den rechtlichen nichts zu tun haben. Das von mir angeführte Beispiel mit dem Gedicht sollte dies auch eigentlich verdeutlicht haben. Natürlich kann man mit juristischer Legitimation alles machen, doch verlässt man damit den Rahmen des kunsttheoretischen Kontextes.

tupper10
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Corrigendum

"verneinen" => "vermeinen".
(Autokorrektur dachte wieder, gescheit sein zu müssen.)

tupper10
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Und

"genetisch" => "generisch"
(Kann man die Autokorrektur irgendwie unterdrücken?)

Carlo62
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Ja,

kann man; einfach deaktivieren!

lieschenmueller
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Nach dem Lesen habe ich jetzt einen kleinen Erschöpfungszustand

Die Autokorrektur ist aber wirklich gemein. Die nannte meinen geliebten Hund - schön mit Foto an die Züchterin - wie eine ehemalige ukrainische Ministerpräsidentin mit blondem Zopf, den sie um den Kopf wickelt :-)

Reipsi
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Er ist auf Weiterbildung

bei den Roten.

heinzpohl
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Kritik

T. Leitner meint: "Das generische Maskulinum ist grammatikalisch bis heute richtig, die Gesellschaft hat aber trotzdem die Übereinkunft getroffen, dass das nicht mehr geht. " Welche Gesellschaft bitte? Vielmehr eine ideologische Kleingruppe, die ihre Ansichten rücksichtslos durchzusetzen bemüht ist, weil aus Bequemlichkeit viel zu wenig aktiver Widerstand geleistet wird, v.a. in den Medien.
Zum Duden: der Widerstand gegen die Dudenpläne ist in Fachkreisen groß, s. u.a. https://vds-ev.de/allgemein/aufrufe/rettet-die-deutsche-sprache-vor-dem-duden/
Zur sprachwissenschaftlichen Kritik s.u. http://members.chello.at/heinz.pohl/Fem_Dt.htm

melahide
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Also

Ich selber muss auch sagen, dass ich das „Binnen-I“ unglücklich finde. Ich versuche schriftlich als auch mündlichen immer „neutrale“ Begriffe zu verwenden. „Die Studierenden“ ... im Englischen haben sie das ja auch gut hinbekommen. Anstelle von „Chairman“ sagt man „Chairperson“ usw... Wachmänner... Wachleute ... geht ja auch bei uns ...

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@melahide

Soll jetzt keine Kritik sein, sondern reines Interesse und schlichte Neigier:
kannst Du Dir vorstellen auch für "ZuseherIn" ein adäquates Wort zu finden?

 
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