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Analysten enttäuschtStreaminggigant Netflix gerät beim Wachstum ins Straucheln

Nach dem coronabedingten Aboboom im ersten Halbjahr hat der Kundenandrang beim Online-Videodienst Netflix stark nachgelassen. Unterm Strich kamen im dritten Quartal nur 2,2 Millionen Bezahlabos dazu.

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Netflix wurde 1997 von Reed Hastings und Marc Randolph gegründet. © AP
 

Im dritten Quartal verfehlte Netflix die eigene Prognose und blieb weit unter den Erwartungen der Analysten. Der zunehmende Wettbewerb im Streaminggeschäft macht dem Marktführer zu schaffen. Die Aktie fiel nachbörslich zeitweise um sechs Prozent, der Kurs hatte seit Jahresbeginn aber auch schon um 62 Prozent zugelegt.

Hatten Serienhits wie "Tiger King" in Kombination mit der erhöhten Streaming-Nachfrage in der Coronapandemie in den beiden Vorquartalen mit 15,8 Millionen beziehungsweise 10,1 Millionen neuen Nutzern noch für einen großen Ansturm gesorgt, flaute das Wachstum nun kräftig ab. Zwar konnte Netflix nach eigenen Angaben mit Produktionen wie dem Action-Thriller "The Old Guard" mit Oscar-Preisträgerin Charlize Theron oder "Project Power" mit Jamie Foxx punkten, insgesamt hielten sich die Blockbuster aber in Grenzen.

790 Millionen Dollar Gewinn

Auch gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als 6,8 Millionen Kunden hinzukamen, sah es im abgelaufenen Quartal sehr viel bescheidener aus. Der Gewinn legte im Jahresvergleich zwar um 19 Prozent auf 790 Millionen Dollar (669 Millionen Euro) zu, blieb aber ebenfalls unter den Erwartungen der Wall Street. Der Umsatz stieg unterdessen um rund 23 Prozent auf 6,4 Mrd. Dollar und übertraf die Prognosen etwas. Für das laufende Quartal rechnet Netflix mit 6,0 Millionen neuen Kunden - hier hatten Analysten wiederum mit mehr gerechnet.

Hoffen auf "Stranger Things" und "The Witcher"

Befürchtungen, die Pandemie könne das Angebot des Streaminggiganten dauerhaft beeinträchtigen, trat Co-Vorstandschef Ted Sarandos jedoch entgegen. Die Produktionspipeline für 2021 sei annähernd intakt, versicherte er. "Die Produktionen könnten etwas langsamer vorangehen, als wir geplant hatten, aber im Wesentlichen sind wir zurück im Geschäft", sagte Sarandos in einem Video-Interview. So hätten etwa die Produktionen der neuen Staffeln von Serienhits wie "Stranger Things" oder "The Witcher" schon wieder gestartet werden können.

Dass Netflix sich zuletzt schwertat, dürfte auch am verschärften Konkurrenzkampf gelegen haben. Neben etablierten Rivalen wie Hulu oder Amazon Prime setzt nun auch der Hollywoodriese Disney voll auf Streaming. Vergangene Woche erst kündigte der mit seinen lahmgelegten Vergnügungsparks massiv unter der Pandemie leidende Kontrahent einen Konzernumbau an, der die Online-Videodienste wie Disney+ künftig zum klaren Schwerpunkt des Geschäfts machen soll. Zudem kamen mit WarnerMedias HBO Max und Comcasts Peacock zuletzt weitere neue Streaming-Services hinzu, die mit Netflix um Zuschauer buhlen.

Videospiele als Konkurrenz

Das Management ist sich des erhöhten Wettbewerbsdrucks durchaus bewusst. "Wir sind begeistert, gegen Disney und eine wachsende Anzahl weiterer Akteure anzutreten", hieß es im Brief an die Aktionäre zwar selbstbewusst. Doch Netflix wolle seinen Service so schnell wie möglich weiter verbessern, um "Jedermanns erste Wahl für Online-Unterhaltung" zu sein. Die Konkurrenz umfasse nicht nur Streaming, sondern auch andere Entertainment-Formen wie Videospiele oder von Nutzern erstellte Inhalte bei Youtube oder Tiktok.

Kommentare (2)
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shorty
1
3
Lesenswert?

Netflix

hat in den letzten Jahren die Preise mehrfach saftig erhöht. Sie wollten ausloten wie weit sie gehen können. Vielleicht wissen sie es jetzt, aber offensichtlich wird alles auf den neuen Mitbewerb geschoben.

melahide
6
1
Lesenswert?

Netflix

wird sich vermutlich nicht ewig halten können. Dafür ist die Qualität der Serien und Filme auf Dauer einfach zu schwach. Die Kunden werden auch ganz entnervt ob des Rechte-Wirrwars bei den vielen Anbietern früher oder später aufgeben. Es war ja schon der Niedergang des klassischen Fernsehens dass es zu viele Sender gab und gibt. Fast niemand bringt Qualität. Wenn es mal 50 Streaming Anbieter gibt ..,

Ich hab mich auch schon zurpckgezogen, hab noch Apple TV und Sky. Da kann man klassisch schauen und nachstreamen. Was braucht man mehr?