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Kultursommer1000 Sendungen und 500 Stunden sommerlicher Kulturgenuss

Die ORF-Senderflotte schlägt auch heuer ordentlich zu, wenn es gilt, die Höhepunkte des Kultursommers zu vermitteln. Ein Überblick.

Der ORF-Kultursommer ist er�ffnet! Pr�sentation des umfassenden Programmschwerpunkts der Senderflotte
Vorhang auf für den ORF-Kultursommer. Im Bild Avec bei der Programm-Präsentation. © (c) ORF (Thomas Ramstorfer)
 

 Mehr als 1000 Sendungen, zusammengerechnet 500 Programmstunden, davon rund 300 TV- und Radioübertragungen von 70 Festivals in ganz Österreich: die ORF-Senderflotte schlägt auch heuer ordentlich zu, wenn es gilt, den Kultursommer einem möglichst breiten Publikum nahe zu bringen. In Anwesenheit prominenter Gäste gab es am Montagabend im Wiener Funkhaus eine Vorpräsentation.

Bei dieser Gelegenheit beliebte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz auch zu scherzen, indem er erklärte, bei vielen der aufgeführten (und übertragenen) Werke würde es „alle möglichen Libretti geben, die unglaubwürdig sind. Aber angesichts der letzten Ereignisse auf dem Informations-Sektor, also, wenn jemand mit einem solchen Libretto gekommen wäre, hätten alle gesagt: Nein, das gibt es wirklich nicht!“

Die Salzburger Festspiele werden auch in diesem Sommer, Präsidentin Helga Rabl-Stadler zitiert ihren Intendanten Markus Hinterhäuser, „ein Epizentrum des Besonderen“ sein, und der große Boss himself ist stolz, dass heuer in der Mozartstadt nicht weniger als fünf Opern („Das ist Rekord“) aufgeführt werden. Am 17. August überträgt ORF2 live/zeitversetzt, anlässlich des 200. Geburtstages von Jacques Offenbach, dessen „Orpheus in der Unterwelt“ (unter der Stabführung von Enrique Mazzola), am 31. August sendet 3sat „Simon Boccanegra“ (unter Valerie Gergiev), und der Radiosender Ö 1 bringt am 27. Juli live die Neuinszenierung von Mozarts „Idomeneo“ (Regie: Peter Sellars).

Der Intendant über „Orpheus“: „Ein wirkliches Meisterwerk, das weit über den Begriff ‚Operette’ hinausgeht. Jacques Offenbach hat darin vieles verarbeitet, was heute aktuell ist und zum Beispiel die ‚Me too’-Debatte vorwegnimmt. Ich darf schon jetzt ein großes Ereignis versprechen“.

Aus Bregenz kommen zwei Opern-Highlights: Giuseppe Verdis Klassiker „Rigoletto“ am 19. Juli in ORF2 und Jules Massenets „Don Quichotte“ am 18. Juli im Radiosender Ö1, am 15. September (ORF III) im Fernsehen.

Die Wiener Staatsoper geht all dem schon im Juni mit mehreren Übertragungen voran, etwa am 16. Juni mit Mozarts „Idomeneo“ und am 30. mit Puccinis „Tosca“. Direktor Dominique Meyer zeigt sich glücklich, dass das eher selten gespielte Werk „Idomeneo“ auf der Sende-Liste steht, während „Tosca“ (jetzt mit Piotr Beczala als Cavaradossi) die zweitälteste Produktion des Hauses am Ring ist: „Aber die ist halt so beliebt, dass wir sie immer wieder spielen müssen“.

Interessantes Detail am Rande: „Zum ersten Mal in der Geschichte des Hauses war zuletzt die Auslastung für Ballett-Aufführungen höher als für die Oper“.

"Ein Werk, das Jung und Alt zusammenbringt"

Freuen dürfen sich die Freunde der Festspiele im Burgenland: Heuer kommen die Premieren der beiden Großereignisse an zwei aufeinander folgenden Tagen auf die Bildschirme: „Die Zauberflöte“ live aus dem Steinbruch in St. Margarethen am 10. und „Das Land des Lächelns“ aus Mörbisch am 11. Juli.

St. Margarethen-Intendant Daniel Serafin zur Stückwahl: „Die ‚Zauberflöte’ war die erste Oper, das ich mit fünf Jahren an der Staatsoper gesehen habe, und ich war damals total fasziniert. Darin gibt es alles: Liebe, Intrige, Hass, Mordversuch, und es schien mir das ideale Werk, um den Steinbruch nach einem Jahr Stillstand wieder zu eröffnen. Ein Werk, das Jung und Alt zusammenbringt“.

Die Regie liegt in den Händen des Ehepaares Cornelius Obonya und Carolin Pienkos. Das Paar hat seine Feuertaufe  im letzten Jahr mit der ersten dort gespielten „Fledermaus“ an der Mailänder Scala bestanden. Obonya: „Grundsätzlich gilt, dass wir nicht miteinander arbeiten würden, wenn wir nicht den gleichen Blick hätten. Außerdem haben wir eine große gemeinsame Humorebene.“ Mit Max Simonischek wurde für den Papagteno eine interessante schauspielerische Lösung gefunden.

Peter Edelmann, Intendant in Mörbisch, betont, dass er in diesem Job faktisch einen 30-Stunden-Tag absolviert, und: „Ich bin angetreten, um in Mörbisch die großen Stücke zu produzieren.‚Das Land des Lächelns’ ist für mich ein Werk mit viel Tiefgang, mehr Oper als Operette. Und die Musik von Franz Lehár ist für mich sowieso unschlagbar“.

Besonders fleißig in diesem Festspielsommer ist wieder die Crew von ORF-III-Chef Peter Schöber: „Zur Festspielzeit sind wir es gewohnt, wenig zu schlafen, und eine nicht unwesentliche Zutat gibt es in Person unseres Generaldirektors Alexander Wrabetz. Da kann es glatt passieren, dass er unsereinen an einem  Sonntag um 9 Uhr früh anruft, erklärt, er habe gestern Abend eine fantastische Produktion der ‚Frau ohne Schatten’ in der Staatsoper gesehen und anordnet: ‚Mach ma das auch!’  Und wir machen’s natürlich“.

Klar: Aus Grafenegg gibt es wieder mehrere Highlights inklusive der Sommernachtsgala plus Barbara Retts Dokumentation „Ein Tag im Leben von Rudolf Buchbinder“.

Ebenso klar: Vom Brucknerfest meldet sich ORF III zum Abschluss des Kultursommers aus der Stiftsbasilika St. Florian mit den Münchner Philharmonikern unter Valery Gergiev.        

Anlässlich des 50. Geburtstages des Startenors gibt es am 7. Juli ein neues Filmporträt von Jonas Kaufmann, aus Klosterneuburg kommen am 25. August „Hoffmanns Erzählungen“ und am 8. September würdigt ORF III mit der „Dagmar-Koller-Gala“ die Kärntner Diva zum 80. Geburtstag.

Bachmann und Klangwolke

Entsprechender Sendeplatz ist natürlich, wie immer, für die Steiermark und Kärnten (beide bei der Präsentation am Montag in Wien leider nicht vertreten) eingeplant: Hier die „ORF-Steiermark-Klangwolke“ von der styriarte am 20. Juli in ORF III mit den Brandenburgischen Konzerten von Johann Sebastian Bach und ein „Kultur Heute Special“ am Vortag, dort diverse Sendungen zum Ingeborg-Bachmann-Preis.

Ein Schlusswort von TV-Kulturchef Martin Traxl: „Viele glauben, Kunst sei Zerstreuung und Abwendung vom Leben. In Wirklichkeit aber ist Kunst Hinwendung zum Leben. Ein besonders schönes Zeichen bei diversen Aufenthalten im Ausland: Dort fallen die Kollegen regelmäßig in Ohnmacht, wenn sie die Zuschauerzahlen unserer diversen Kulturübertragungen erfahren.“

 

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