Freiluftoper in GrazSensationelle "Tosca" mit Kristīne Opolais, Jonas Kaufmann und Bryn Terfel

„Weltstarbesetzung“ versprochen – und gehalten. Kristīne Opolais, Jonas Kaufmann und Sir Bryn Terfel bilden das hoch prominente Trio in der semiszenischen Freiluftoper „Tosca“ von Giacomo Puccini, zu der die Bühnen Graz diesen Sommer in die Schloßberg-Kasematten locken.

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Startrio für die Grazer "Tosca": Jonas Kaufmann, Kristīne Opolais und Bryn Terfel © Sony/Hohenberg, Rolex/Ifkovits, Vlasova
 

Ein bisschen Geheimniskrämerei und Tamtam kann für die Neugier des Publikums und das eigene Image nicht schaden. Und nach dem ersten Paukenschlag am Dienstag - Opernchefin Nora Schmid wechselt, wie berichtet, ab 2024 als Intendantin an die renommierte Semperoper in Dresden – gab es heute gleich einen weiteren. Eine „echte Weltstarbesetzung“ für ihre heurige semiszenische Freiluftoper (in Kostümen mit kleiner Inszenierung) auf dem Schloßberg hatten die Grazer Spielstätten und die Oper versprochen. Und nun gehalten.

Heute (10. Juni) ließ man im Spiegelfoyer des Opernhauses die Katze aus dem Sack, welche vokale Prominenz in Giacomo Puccinis Oper „Tosca“ auf der Bühne in den Kasematten stehen wird. Es sind dies die lettische Sopranistin Kristīne Opolais in der Hauptrolle, die bereits Gast auf den Bühnen aller großen Opernhäuser von der Wiener Staatsoper bis zur Met in New York, von der Mailänder Scala bis zur Royal Opera in London war. Dazu kommt der deutsche Startenor Jonas Kaufmann als Cavaradossi und der walisische Bassbariton Sir Bryn Terfel, der schon im Vorjahr bei Beethovens „Fidelio“ auf dem Schloßberg einen umjubelten Pizarro gab, als Scarpia

Bei der Präsentation der heurigen Freiluftoper „Tosca“, die live-zeitversetzt vom ORF übertragen wird, zeigten sich Intendantin Nora Schmid, Bühnen-Geschäftsführer Bernhard Rinner und Marcus Merkel, der wie schon im Vorjahr die zwei von seinem Verein Junge Konzerte Graz mitgetragenen Abende dirigiert, sichtlich stolz über den Coup, drei so angesehene Opernstars nach Graz locken zu können.

"Die ,Tosca' ist ja eine der dramatischsten Opern überhaupt - ein  Krimi, ein echter Thriller", schwärmte Schmid vor der Presse über die Werkauswahl und das - wie schon im Vorjahr beim "Fidelio" - – ideal passende Ambiente der Kasematten für die in der römischen Engelsburg endende Tragödie. Die Oper selbst stellt bei der von den Spielstätten getragenen Produktion mit Markus Butter, Martin Fournier und Daeho Kim übrigens auch drei Solisten selbst, zudem wirkt die Singschul' mit, und aus ihren Reihen wird einer den Hirten singen.

Dirigent Merkel verriet in Anwesenheit von Kulturlandesrat Christopher Drexler, Kulturstadtrat Günter Riegler und Ingrid Seidl, Geschäftsführerin vom Sponsor E-Werk Franz, dass er Terfel als Ersten über die Pläne mit der „Tosca“ unterrichtet hatte, und dieser wäre gleich Feuer und Flamme gewesen und hätte versprochen wiederzukommen. Zudem hätte er sofort weitere Solisten vorgeschlagen. Das Wunschduo von Terfel, der übrigens bei der Pressekonferenz gut gelaunt ein Grußvideo im "Bajazzo"-Kostüm schickte: Kristīne Opolais und Jonas Kaufmann, mit dem der Waliser auch privat befreundet ist. Merkel freut sich schon darauf, "die zwei Freunde als Widersacher auf der Bühne zu sehen".

„Tosca“ von Giacomo Puccini: 22. und 24. August, 19.30 Uhr, Kasemattenbühne, Schlossberg Graz. Karten: Tel. (0316) 8000. www.oper-graz.com

TV-Übertragung: Der ORF überträgt erstmals Oper von der Schloßbergbühne der Grazer Kasematten (Sonntag, 22. August, live, 20.15 Uhr, ORF III)

Weitere große Stimmen hören

Die Musikfestivals im Sommer glänzen rundum mit Staraufgeboten aus dem Vokalbereich. Eine Auswahl: Die Wiener Koloratursopranistin Daniela Fally eröffnet die Klassik im Burghof in Klagenfurt (19. 6.). Beim Carinthischen Sommer ist der spanische Countertenor Xavier Sabata als „Orlando furioso“ zu hören (9. 8.). Bei den Musikwochen Millstatt gastiert der polnische Ausnahmetenor Piotr Beczała (29. 8.).

Das Ljubljana Festival lockt mit einer konzertante „Carmen“, Elīna Garanča singt die Titelpartie, ihr Ehemann Karel Mark Chichon dirigiert (2. 7.). Plácido Domingo schaut auch vorbei (8. 7.). Zudem bietet man Arienabende mit Anna Netrebko und ihrem Mann Yusif Eyvazov (8. 8.) sowie mit Jonas Kaufmann (11. 8.).

Bei den Salzburger Festspielen gibt es heuer neben den großen Opern mit großen Stimmen auch fünf Liederabende, darunter von Matthias Goerne (2. 8. ), Asmik Grigorian (9. 8.) und Christian Gerhaher (25. 8.).

Und eine besondere Empfehlung, weil höher als bei dem venezolanischen Stimmphänomen geht es nicht hinaus: Sopranist Samuel Mariño (28) singt bei der styriarte das Händel- und Gluck-Programm „Il castrato“. 

Kommentare (1)
mobile49
0
1
Lesenswert?

große freude und so vieles bei uns im land - auch dank frau nora schmid

endlich wird wieder live konsumiert
ich kann meine vorfreude kaum im zaum halten