InterpretationspreisAuszeichnung für einen, der doppelt brennt

Pianist, Bandleader, Schauspieler und Regisseur Sandy Lopičić (45) erhält den „Großen Interpretationspreis des Landes Steiermark 2018“.

Ausgezeichnet in doppeltem Wortsinn: Sandy Lopičić © Heimo Binder
 

Auf Antrag von Kulturlandesrat Christopher Drexler geht der mit 10.000 Euro dotierte „Große Interpretationspreis des Landes Steiermark“ heuer an Sandy Lopičić. Der in Graz ausgebildete Pianist, Bandleader, Schauspieler und Regisseur brenne laut Jury "für Musik und Theater gleichermaßen und habe sich sich ihrer Öffnung, Entfaltung und Entgrenzung mit großer Leidenschaft verschrieben“.

In einer Aussendung würdigte die Jury den 45-jährigen Grazer mit bosnischen Wurzeln weiter: "Sandy Lopičić ist ein äußerst vielseitiger Künstler, der in seinem Schaffen eng mit Graz und der Steiermark verbunden ist. Aufbauend auf eine exzellente Ausbildung als klassischer Pianist bei Alexander Igorevich Satz an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz hat der vormalige Barpianist sich zu einer stilprägenden Künstlerpersönlichkeit entwickelt, die weit jenseits überkommener Zuschreibungen wie „E“ oder „U“ in einzigartiger Weise unterschiedliche Genres fusioniert.
Seine bosnischen Wurzeln lebt Lopičić in einer Musik, die traditionelle Ausdrucksformen des sogenannten Balkans mit Elementen des Jazz zu einer ebenso raffinierten wie populären Klangwelt vermengt, einer essenziell steirischen - weil mitteleuropäischen - Musik, deren Kraftzentrum (ob auf der Bühne oder nicht) stets der Interpret Sandy Lopičić bleibt. Als solcher wechselt Lopičić virtuos vom Instrumentalisten zum Arrangeur. Und er interpretiert als Theatermensch zunehmend auch Texte: durch Theatermusiken oder als Schauspieler und Regisseur. Sein umfassendes Können und Wissen, das nicht zuletzt der Flexibilität und Kreativität den Vorzug gegenüber einseitiger Spezialisierung gibt, vermittelt er als Lehrender an der Kunstuniversität Graz Studierenden der Theatermusik".

Diese Auszeichnung, triennal und bisher unter dem Namen „Karl-Böhm-Interpretationspreis“ verliehen, erhielten seit 1999 Dirigent Wolfgang Bozic, Tenor Johannes Chum, Pianist Markus Schirmer, Geiger Thomas Zehetmair, Jazzsaxophonist Karlheinz Miklin, Bratschist Dimitrios Polisoidis und zuletzt der frühere Opernchefdirigent Dirk Kaftan.

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