Es ist sehr schwierig, Riccardo Mutis Dirigat von Anton Bruckners Symphonie Nr. 7 zu loben, weil man nicht weiß, wo man beginnen soll. Beim majestätischen Crescendo, das den Kopfsatz triumphal beschließt? Beim erst allmählich aus dem hauchzarten Urnebel hervortretenden ersten musikalischen Gedanken? Bei der Wärme, die Muti den Streichern der Wiener Philharmoniker im Adagio und im Trio des dritten Satzes entlockt? Bei der Anmut, die selbst Fortefortissimo-Ausbrüche noch haben? Bei der Sanftheit und edlen Klangkultur, die diese Interpretation durchziehen? Riccardo Mutis Beschäftigung mit den Symphonien Bruckners hat einen Reifegrad erreicht, der auf vielen Ebenen Staunen macht. Die Noblesse dieser Siebenten, ähnelt einer arkadischen Landschaft, aus der immer wieder wilde Felsen herausragen.
Wiener Philharmoniker in Graz
Höchste Klangkultur mit Riccardo Muti
Kritik.
Nobler Bruckner, routinierter Schubert: Riccardo Muti und die Wiener Philharmoniker begeisterten beim Musikverein in Graz erst nach der Pause.
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