Lang Lang zählt zu den ganz Großen seiner Zunft. Jetzt konnte man den aus China stammenden Ausnahmepianisten beim heuer jubilierenden 70. Ljubljana Festival erleben, und zwar im völlig ausverkauften Cankar Center: „Nächte in spanischen Gärten“ von Manuel de Falla stand am Programm, wobei der Komponist hier Impressionismus mit spanischer Folklore verbindet und das Klavier als Teil des Orchesterapparats in den sinfonischen Klang eingewoben wird.

Und wie der 40-Jährige seinen Part spielte: Er musizierte alle technischen Anforderungen mit den extremen Läufen, diffizilen Griffen und brillanten Passagen völlig mühelos und immer makellos. Er konnte aber nicht nur mit höchster pianistischer Virtuosität, sondern auch mit viel Ausdruck faszinieren. Als Zugabe für den Jubel begeisterte er noch mit dem feurig musizierte „Danza ritual del fuego“ in der Klavierversion ebenfalls von De Falla.  

Aber auch am Pult war ein Klassikstar zu erleben, wie sich diese überhaupt beim diesjährigen Laibacher Festival die Klinke in die Hand geben: Daniel Barenboim. Optisch gesundheitlich etwas angeschlagen wirkend, dirigierte er gestisch ziemlich sparsam, was sich aber in keinster Weise auf die Interpretation des von ihm als Friedensprojekt gegründeten West-Eastern Divan Orchestra, das aus jüngeren israelischen und arabischen Musikern besteht, auswirkte. Und so erklangen subtil musizierte, wunderbare impressionistische Bilder mit vielen Farb- und Motivtupfern bei der „Rapsodie espagnole“ von Maurice Ravel, und bei „Ibéria“ von Claude Debussy.

Als finalen Höhepunkt erlebte man den zu den beliebtesten klassischen Kompositionen überhaupt zählenden „Bolero“ von Ravel, der von allen Solisten aller Instrumentengruppen hinreißend musiziert wurde.

Stehende Ovationen eines völlig begeisterten Publikums, darunter auch viele Kärntner!