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Buch der WocheAnna Baar: Dämonentanz der Marionetten

Ein soghafter Erzählfluss ohne Anfang und ohne Ende. In "Nil", ihrem neuen Roman, lotet Anna Baar die Grenzen der Literatur neu aus und hebt die brüchige Realität mühelos aus den Angeln.

"Am Ende trifft alles zu, gerade das Ausgedachte": Anna Baar © Wallstein/Puch
 

Ich bin das freundliche Ploppen, wenn ein Apfel ins Gras fällt, bin Monster, Märtyrer, Nichts, Form der Unmöglichkeit, Strudel und Projektion, ein Gedicht, das man aufsagt, ohne es zu verstehen. Oder ein Zookrokodil. Alles fließt und flutet in das schöne Wort Nil“ So lautet eine markante Schlüsselpassage in Anna Baars neuem, uferlosen Roman „Nil“.

Es ist ein dämonisches, durchtriebenes Werk, das nicht nur die Grenzen der Erzählkunst auslotet, sondern sie mühelos immer wieder durchlöchert – radikal, rigoros, verstörend und rätselhaft. Trotzdem ist dieses Buch ein Glücksfall, eine Neuvermessung der Literaturlandschaft, die nur in die völlige Ungewissheit führen kann.

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