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Deutsche LyrikerinGeorg-Büchner-Preis 2020 geht an Elke Erb

Die Verleihung soll am 31. Oktober in Darmstadt über die Bühnge gehen: Elke Erb (81) wird mit dem Büchner-Preis ausgezeichnet. Hier finden Sie alle Preisträger seit 2000.

Elke Erb
Schriftstellerin Elke Erb © APA/Gerald Zoerner
 

Gelobt werden ihr anspruchsvolles Schreiben und ihre hochreflexive Sprache: Die deutsche Lyrikerin Elke Erb (82) bekommt den Georg-Büchner-Preis 2020. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt mit. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung im deutschsprachigen Raum und soll am 31. Oktober in Darmstadt verliehen werden.
Erb wurde am 18. Februar 1938 in der Eifel geboren und zog 1949 mit der Familie nach Halle in die DDR. Nach einem Studium der Germanistik, Slawistik und Pädagogik arbeitete sie zunächst als Lektorin, bevor sie ab 1966 als freiberufliche Schriftstellerin und Übersetzerin arbeitete. Sie übersetzte hauptsächlich Werke aus dem Russischen. Ihr eigenes Werk umfasst Lyrik, Kurzprosa, prozessuale Texte, Übersetzungen, Nachdichtungen und Herausgaben.

Erb veröffentlichte zuletzt die Gedichtbände "Sonnenklar" (2015) und "Gedichtverdacht" (2019). Zu ihren bisherigen Auszeichnungen zählt u.a. der Ernst-Jandl-Preis (2013), der Georg-Trakl-Preis für Lyrik (2012) oder der Erich-Fried-Preis (1995). Die Akademie vergibt den Preis seit 1951 an Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die in deutscher Sprache schreiben. Die Preisträger müssen "durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten" und "an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben". Zu den Preisträgern gehören Max Frisch (1958), Günter Grass (1965) und Heinrich Böll (1967) sowie zuletzt seit 2015 Rainald Goetz, Marcel Beyer, Jan Wagner, Terézia Mora und Lukas Bärfuss. 2009 wurde der Österreicher Walter Kappacher mit dem Preis ausgezeichnet, im Jahr davor ging er an Josef Winkler.

Erbs "poetischer Sachverstand" zeige sich in ihrer übersetzerischen Arbeit und habe mehrere Generationen von Dichterinnen und Dichter in Ost und West beeinflusst, hieß es zur Begründung. Die Jury würdigte die "prozessuale und erforschende Schreibweise" ihrer Gedichte, in denen Sprache zugleich Gegenstand und Mittel der Untersuchung sei. Erb gelinge es wie keiner anderen, die "Freiheit und Wendigkeit der Gedanken in der Sprache zu verwirklichen, indem sie sie herausfordert, auslockert".

Die Preisträger seit 2000

2020 Elke Erb
2019 Lukas Bärfuss
2018 Terézia Mora
2017 Jan Wagner
2016 Marcel Beyer
2015 Rainald Goetz
2014 Jürgen Becker
2013 Sibylle Lewitscharoff
2012 Felicitas Hoppe
2011 Friedrich Christian Delius
2010 Reinhard Jirgl
2009 Walter Kappacher
2008 Josef Winkler
2007 Martin Mosebach
2006 Oskar Pastior
2005 Brigitte Kronauer
2004 Wilhelm Genazino
2003 Alexander Kluge
2002 Wolfgang Hilbig
2001 Friederike Mayröcker
2000 Volker Braun

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