Als Gattin von Kult-Kommissar "Kottan" wurde sie berühmt: Publikumsliebling BibianaZeller wurde 95 Jahre alt. Sie machte Karriere auf der Bühne wie vor den Film- und Fernsehkameras – oft in Nebenrollen, nun trauert Österreichs Kulturwelt.

Einer ihrer beiden Söhne, der Kameramann FabianEder, informierte die Öffentlichkeit am Montag via Social Media über den Tod seiner berühmten Mutter. Sie verstarb demnach gestern in Wien. Berühmt gemacht hat sie unter anderem ihre Rolle in "Kottan", wo sie in 18 Folgen "Ilse Kottan" verkörperte.

"Bitte lasst mich mitspielen!"

Die am 25. Februar 1928 geborene Zeller stand für Subtilität, feinen Humor und ein Gespür für Skurrilität. Zum Markenzeichen wurde auch ihre charakteristisch helle, zerbrechliche Stimme, die sie dem Burgtheater als Ensemblemitglied seit 1972 lieh. Ihre bewegte Karriere fasste Bibiana Zeller unter dem Titel "Bitte lasst mich mitspielen!" 2015 in ihrer Autobiografie zusammen, in der sie nicht nur vom Leben am Theater, sondern auch den Erlebnissen in ihrem zweiten Standbein Film erzählte. Eine Doppelrolle, die nicht immer einfach zu meistern war, wie sie anlässlich ihres 85. Geburtstags im APA-Gespräch erzählte: "Peymann hat mich in der ganzen Zeit keinen Film machen lassen. Ich musste immer bereitstehen, auch wenn er mich dann nicht besetzt hat", erinnerte sich die Schauspielerin. "Das war seine Überzeugung: Film und Fernsehen sind eigentlich blöd."

Dennoch brachte sie es auch beim Film zu Bekanntheit: Als Frau Kottan in der Fernsehserie "Kottan ermittelt" erlangte sie in den frühen 80er-Jahren große Popularität. Besonders beliebt war sie als Herta in der Serie "Julia - Eine ungewöhnliche Frau". Für das Kino spielte die am 25. Februar 1928 geborene Zeller unter anderem in Michael Glawoggers Film "Die Ameisenstraße" (1995), in Robert Dornhelms Streifen "Der Unfisch" (1997) oder in Xaver Schwarzenbergers "Zuckeroma" (2004). 2010 folgte ein weiterer Auftritt in Peter Patzaks "Kottan ermittelt: Rien ne va plus", 2011 stand sie in der Glavinic-Verfilmung von "Wie man leben soll" (Regie: David Schalko) vor der Kamera. 2015 spielte sie in der Regie von Tobi Baumann in "Gespensterjäger - Auf eisiger Spur". Zuletzt war sie 2016 in "Die Blumen von gestern" von Chris Kraus auf der großen Leinwand zu sehen.

1998 wurde Bibiana Zeller mit dem Berufstitel Kammerschauspielerin ausgezeichnet, im Rahmen der "Langen Nacht des Hörspiels" wurde sie 2001 zur Schauspielerin des Jahres gekürt, 2010 erhielt sie die Romy als "Beliebteste Schauspielerin". In den letzten aktiven Jahren stand sie etwa unter Luc Bondy im Rahmen der Festwochen-Koproduktion von Molières "Tartuffe" als Madame Pernelle auf der Bühne oder spielte im Fernsehen in "Alles Schwindel" von Regisseur Wolfgang Murnberger.