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Starb mit 76 JahrenTrauer um Filmdiva Hannelore Elsner

Die Schauspielerin starb im Alter von 76 Jahren. Sie starb am Wochenende nach kurzer schwerer Krankheit.

Hannelore Elsner starb im Alter von 76 Jahren
Hannelore Elsner starb im Alter von 76 Jahren © (c) APA/dpa-Zentralbild/Arno Burgi (Arno Burgi)
 

Sie war eine der großen deutschen Schauspielerinnen, am Wochenende ist sie verstorben: Hannelore Elsner erlag am Ostersonntag mit 76 Jahre ihrem Krebsleiden, heißt es in deutschen Medien. 

Über ihre Krankheit war vorab nur wenig bekannt geworden. Offenbar wurde die beliebte Schauspielerin im Münchner Krankenhaus nicht unter ihrem echten Namen, sondern unter einem Pseudonym geführt. 

Noch im Februar stand sie bei der Premiere ihres Kinofilms "Kirschblüten und Dämonen" auf dem Roten Teppich und hatte im März Dreharbeiten für zwei Fernsehprojekte, darunter eine "Tatort"-Folge. Dass Hannelore Elsner nun mit 76 Jahren gestorben ist, schockiert ihre Fans und die Filmwelt gleichermaßen - Elsner galt als alterslose Diva, eine Schauspielerin von unwiderstehlicher Anziehungskraft.

Ihr fortgeschrittenes Alter galt nie als Maßstab für Elsner. Sie arbeitete unermüdlich, Jahr für Jahr erschienen gleich mehrere Produktionen mit ihr. Er habe "die traurige Pflicht", der Öffentlichkeit den Tod von Hannelore Elsner mitzuteilen, erklärte Familienanwalt Matthias Prinz nun jedoch. Am Ostersonntag sei sie friedlich eingeschlafen. Davor war Elsner laut Prinz überraschend schwer erkrankt. Woran sie litt, blieb zunächst unklar. Die Familie erbat sich Respekt vor der Privatsphäre.

Abschied von einer Großen: Hannelore Elsner ist tot: Rückblick auf einen Charakterkopf

Sie begann als Starlet an der Seite von Freddy Quinn und war jahrelang nicht nur als TV-Kommissarin erfolgreich: Hannelore Elsner starb im Alter von 76 Jahren. 

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Das Leben der gebürtigen Bayerin war bewegt: Schon als kleines Mädchen musste sie den Tod ihres geliebten älteren Bruders verkraften. Bald darauf stirbt der Vater. Sie wechselt häufig die Schule ...

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... und übernimmt als 14-Jährige in München kleinere Jobs, weil das Geld knapp ist. "Ich war nirgendwo richtig daheim", schreibt sie über ihre Jugend, schildert aber auch ihre unbändige Lebenslust.

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An den Beruf der Schauspielerin habe sie als Schülerin nie gedacht, berichtete Elsner. Sie sei mit 16 in München bei einem Spaziergang mit ihrer Mutter entdeckt worden, von dem türkischen Regisseur Halit Refig.

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Nach Proben in Istanbul durfte sie auf die Schauspielschule, musste dafür aber kleinere Rollen in Filmen mit Stars wie Hans-Joachim Kulenkampff und Freddy Quinn übernehmen.

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Sie schwärmte jedoch für den französischen Film: "Solche Rollen wollte ich später immer spielen, schwer und leicht zugleich."

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Ihre Agentin habe ihr mit etwa 17 Jahren geraten, die Nase schmaler machen und die Zähne begradigen zu lassen, sowie sich einen Künstlernamen zuzulegen, erinnerte sich Elsner zu ihrem 75. Geburtstag. Sie hörte darauf nicht, streicht nur das "t" aus ihrem Geburtsnamen Elstner.

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Mit etwa 19 Jahren stand sie zum ersten Mal auf einer Theater-Bühne. Fünf Jahre später sollte sie in den Kammerspielen in "Tango" (1966) die erste Nackte auf einer deutschen Bühne gewesen sein.

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In mehr als 200 Fernseh- und Kino-Rollen war die 1,60 Meter große Frau zu sehen. Ihre erste von zahlreichen Auszeichnungen bekam sie mit 29 Jahren: die Goldene Kamera für die Rolle der Sasha in Tschechows Stück "Iwanow". Ihren Ruhm als preisgekrönte Charakterdarstellerin begründete sie erst um die Jahrtausendwende.

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Ihr Kinodebüt gab sie 1961 in dem Film "Das Mädchen mit den schmalen Hüften". Starregisseur Jürgen Roland vertraute ihr ein Jahr später in der Krimiserie "Stahlnetz" ihre erste Hauptrolle an. Als Durchbruch zu internationaler Anerkennung gilt ihre Hauptrolle in Alf Brustellins Film "Berlinger" (1975). Drei Jahre später drehte sie mit ihm "Der Sturz" nach einem Roman von Martin Walser.

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Im Fernsehen war Elsner in der ARD-Serie "Die Kommissarin" (1994-2006) besonders erfolgreich. Als Lea Sommer ist sie eine der bekanntesten deutschen TV-Ermittlerinen. In Pumps, Kostüm und schwarzer Lederjacke ermittelt sie in fast 70 Folgen; Til Schweiger ist anfangs ihr Assistent.

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Auf die Bühne kehrte sie 1996 mit dem Solostück "Eine tot-normale Frau" zurück. Ohne dieses sei sie nicht bereit gewesen für "Die Unberührbare" (2000), berichtet sie. Ihre Darstellung einer vom Leben gekennzeichneten Schriftsellerin bringt ihr den Deutschen Filmpreis ein.

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Gleich noch einmal bekommt sie ihn für ihren Leinwandmonolog einer Schauspielerin in "Mein letzter Film" (2002) nach einem Drehbuch von Bodo Kirchhoff. Zu ihren großen Kino-Erfolgen gehört auch ihre Rolle in Doris Dörries "Kirschblüten - Hanami" (2008) an der Seite von Elmar Wepper.

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Die Tochter eines Ingenieurs kam im bayerischen Burghausen nahe der oberösterreichischen Grenze am 26. Juli 1942 zur Welt. Später wuchs sie im nahen Neuötting auf. Zwei Ereignisse zerstörten ihre heile Kinderwelt: Zuerst wurde ihr heiß geliebter älterer Bruder gegen Kriegsende bei einem Angriff von Tieffliegern getötet, einige Jahre später starb ihr Vater an Tuberkulose.

ORF ändert Programm

Der ORF ändert in memoriam Hannelore Elsner sein Programm. Gezeigt wird am Mittwoch, dem 24. April 2019, um 20.15 Uhr auf ORF 2 das Dakapo der ORF/BR-Komödie "Die Diva, Thailand und wir!". Die mehrfach preisgekrönte Schauspielerin gibt darin eine ehemalige Operndiva, die ihre Familie in den Wahnsinn treibt und sich so schließlich in einem Luxus-Altersheim im fernen Thailand wiederfindet.

Am Sonntag, dem 28. April, um 14.35 Uhr erwartet das Publikum von ORF 2 außerdem ein Wiedersehen mit der ORF/ZDF-Romanze "Ein Sommer im Burgenland".

Elsners Jugend verlief in der Folge unstet. Der Reihe nach flog sie von ihren Schulen. Dann zog die Mutter mit ihr nach München. Fraglich ist, was wohl aus der Schulabbrecherin geworden wäre, wenn es nicht diese eine Begegnung gegeben hätte: Ein Regisseur sah sie mit 15 Jahren auf der Straße laufen und verschaffte ihr eine Schauspielausbildung.

In deren Zuge bekam sie schon als Teenager die ersten Filmrollen. "Immer die Mädchen" mit Hans-Joachim Kulenkampff war 1959 ihr erster Film. Bald fand Elsner Dauerbeschäftigung in Film und Fernsehen, oft in seichten Produktionen. Aber sie spielte auch schon jung in Filmen, die heute Klassiker sind. "Die endlose Nacht" von Will Tremper aus dem Jahr 1963 gehört etwa dazu, Elsners Lieblingsfilm.

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Hannelore Elsner als "Kommissarin" Lea Sommer (mit Thomas Scharff). Foto © ORF

Am Theater schärfte sie parallel ihre schauspielerische Begabung. Ihr zweiter Ehemann Alf Brustellin - in den 60er-Jahren war sie auch kurz mit Schauspieler Gerd Vespermann verheiratet gewesen - besetzte sie ab den 70er-Jahren auch in anspruchsvolleren Filmen.

Doch mindestens so interessant wie ihre Darstellerinnenkunst wurde für das Publikum ihre Lebenskunst. Aus einer kurzen Liaison mit Regisseur Dieter Wedel ging 1981 ihr einziges Kind, Sohn Dominik, hervor. Den vor einigen Jahren ebenfalls überraschend verstorbenen Produzenten Bernd Eichinger fand sie als Partner "den besten", es folgten noch eine Ehe mit Verlagsleiter Uwe Carstensen und viele weitere Beziehungen.

Dass Elsner bis zu ihrem Tod als einer der großen deutschen Stars galt, verdankt sie aber ihrem Spätwerk. Ab 1994 spielte sie in der ARD-Serie "Die Kommissarin" als Lea Sommer in 66 Folgen die erste deutsche Fernsehkommissarin.

Noch erfolgreicher wurde ihr Kinocomeback. Für die Hauptrolle in "Die Unberührbare" bekam sie 2000 die Lola als beste Hauptdarstellerin. Den Deutschen Filmpreis gewann sie 2003 mit "Mein letzter Film". Große Publikumserfolge wurden 2005 "Alles auf Zucker!" und 2008 "Kirschblüten - Hanami". 2014 spielte Elsner in "Besondere Schwere der Schuld" in dessen vorletzten Film mit dem inzwischen verstorbenen Götz George.

"Für mich war Hannelore Elsner eine große Abenteuerin, die sich mit Neugier, Hingabe und Tapferkeit in jede Rolle und in ihr Leben gestürzt hat. Ich werde sie sehr vermissen", beschied Doris Dörrie als Regisseurin von Elsners letztem Film in einer Reaktion auf die Todesnachricht.

Längst vergessen war angesichts der tollen Rollen das Hadern von Elsner mit manchem verpassten Angebot. "Ich behaupte, dass ich durch mein Hübschsein, wofür ich nichts konnte, viel zu wenig gute Rollen gekriegt habe", grämte sie sich einmal im Gespräch mit der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer.

 

Kommentare (4)

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StefanieResch
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47
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Eine Grossartige....

.....Wunderbare, Charaktervolle Schauspielerin!
Jeder ihrer Filme war etwas Besonderes, sie war eine tolle Frau!
R.I.P.

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lieschenmueller
4
36
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Wie traurig, eine großartige Schauspielerin

Kirschblüten-Hanami ist einer meiner Lieblingsfilme. Rudi und Trudi. Sie erfährt von seiner Krankheit, verschweigt es ihm. Ein Sohn lebt in Japan, Trudis Traumland. Rudi, nicht reiselustig "der Fudschi is a nur a Berg", willigt ein, zumindest die Kinder, die in Deutschland leben, zu besuchen. Bei diesem Urlaube stirbt Trudi unerwartet. Rudi in seiner Trauer fliegt allein zum Sohn und macht dort große Erfahrungen. Es ist seine letzte Reise.

Ich las gerade, es gibt eine Fortsetzung.

Mögen Sie in Frieden ruhen, Frau Elsner

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plolin
1
57
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Eine großartige Schauspielern

Ruhe in Frieden

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annamariaspreitzer
3
4
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...

Das gibts ja nicht - wer ist denn dieser Rotstrichler. Unglaublich!

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