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Kärntner des Tages

Beim Filmen trifft er den richtigen Ton

Dietmar Zuson (47) wurde als Tonmeister vielfach prämiert. Sein jüngster Erfolg sind „Die Vorstadtweiber“.

Dietmar Zusom
Dietmar Zusom © KLZ/Weichselbraun
 

Dass Dietmar Zuson zum Film gekommen ist, war ein Zufall. Noch dazu einer mit langem Anlauf. Nachdem aus seiner ersten Wahl, in einer Band zu spielen, nichts wurde und er mehrere Studienrichtungen „anstudierte“, machte er eine Ausbildung an der SAE, der School of Audio Engineering, in Wien.

„Für die Musikerkarriere hat mir vielleicht das Durchhaltevermögen gefehlt, aber die technische Seite, wie Töne aufgenommen werden, hat mich immer interessiert“, sagt Zuson. Nach dem Abschluss und 40 Bewerbungen ohne nennenswerte Resonanz bewarb er sich bei einem ehemaligen Professor, in dessen Firma die Filmtonmeister ein und aus gingen.

Der Rest ist, wie man so sagt, Geschichte, eine Erfolgsgeschichte. So brachte ihm alleine seine Arbeit als Tonmeister beim Alpen-Western „Das finstere Tal“ zwei der wichtigsten europäischen Filmpreise ein, den Deutschen und vor Kurzem den Österreichischen Filmpreis. Letzteren konnte Zuson auch im Vorjahr gewinnen, für den Horrorfilm „Blutgletscher“. Beide produziert vom Kärntner Helmut Grasser.

„Bei der Verleihung des Österreichischen Filmpreises ist mir aufgefallen, dass ich seit 20 Jahren beim Film arbeite“, sagt der 47-Jährige, der in Klagenfurt und Krumpendorf aufwuchs, seit dem Studium aber in Wien lebt. In dieser Zeit hat er oft mit Kärntnern, aber lange nicht in Kärnten gearbeitet. Bis 2006 und dem „Arzt vom Wörthersee“. Mit dessen Produzenten Klaus Graf hat er inzwischen auch mehrmals gearbeitet, etwa beim großen Erfolg „Das Wunder von Kärnten“ und dem Tatort „Unvergessen“.

Die Arbeit am Ton ist eine im Team. Zuson ist darin der Mann bei den Dreharbeiten. „Ich arbeite bei Filmen ausschließlich am Set. Die Arbeit im Studio hebe ich mir für später, wenn ich älter bin, auf.“ Das hat seinen Grund: Aufnahmen sind nicht nur für „Das finstere Tal“ und „Blutgletscher“ – beide wurden in den Südtiroler Bergen gedreht – anstrengend, 15-Stunden-Tage inklusive.

Sein jüngster Erfolg, „Die Vorstadtweiber“, wurde angenehmer Weise in Wien gedreht, aber auch wenn er gerne mit deren Regisseurin Sabine Derflinger arbeitet – gerade eben bei „Der letzte Himmel über Burma“ – reizt ihn auch, dass er beim Filmen zwei Leidenschaften verbinden kann: die Welt zu bereisen und dabei Töne zu finden.

CHRISTIAN ZECHNER

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