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Vor Steuern

Pistolenerzeuger Glock mit 95 Millionen Euro Gewinn

In der Liste der reichsten Österreicher liegt die Familie Gaston Glocks an 17. Stelle mit 1,65 Milliarden Euro Vermögen. 2015 kam einiges dazu. Die Glock GmbH profitiert vom Geschäft mit der Sicherheit.

 

Mit den Familien Porsche, Piëch und Flick kann Gaston Glock zwar nicht ganz mithalten, immerhin bringen der in Kärnten ansässige Pistolenerzeuger und seine Familie es in der Trend-Liste der reichsten Österreicher mit einem dort ausgewiesenen Finanzvermögen von 1,65 Milliarden Euro auf Platz 17. Nur knapp hinter ihm liegen andere prominente Industrielle wie Andritz-Chef Wolfgang Leitner (19. Platz, 1,5 Milliarden Euro) oder Hans Peter Haselsteiner (26. Platz, 1,3 Milliarden Euro).

Mit dem Vermögenszuwachs im Jahr 2015 kann der Pistolenhersteller Glock, genauer die Glock Privatstiftung, jedenfalls zufrieden sein. Die Jahresbilanz weist für die Glock GmbH mit Sitz in Ferlach einen Jahresgewinn vor Steuern von 95,451 Millionen Euro aus. Das ist eine beträchtliche Steigerung gegenüber dem Jahr 2014, für das 60,220 Millionen Euro Gewinn vor Steuern berichtet wurden.

Der Jahresumsatz der Glock GmbH mit Produktionsstandort in Ferlach sowie einem weiteren Standort im niederösterreichischen Deutsch-Wagram stieg 2015 von rund 234 Millionen Euro auf 266,517 Millionen Euro. Glock exportiert seine Pistolen weltweit, der Absatz ist aber offenbar unter dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis ebenso im Inland gestiegen.

Für den deutlichen Anstieg auch beim Gewinn sorgen mit die markant höheren Erträge aus Beteiligungen/verbundenen Unternehmen, die von 5,627 Millionen Euro auf 26,425 Millionen Euro kletterten. Gewinne von Auslandsbeteiligungen (Glock produziert auch in Atlanta, USA) tragen so zum Erfolg bei.

Mit 14,316 Millionen Euro Körperschaftssteuer gehört Glock in Kärnten jedenfalls zu den größten Steuerzahlern. Nach Steuern steht ein Gewinn von 81,123 Millionen Euro.
Dank einem Gewinnvortrag aus dem Vorjahr von 57,999 Millionen Euro gehen sich 90 Millionen Euro Zuweisung zu Gewinnrücklagen aus sowie eine Gewinnausschüttung von zehn Millionen Euro. Am Ende steht ein Bilanzgewinn von 39,346 Millionen Euro.

In das Ferlacher Werk mit über 350 Mitarbeitern war in den letzten Jahren stark investiert worden. Nur am Rande sei die hohe Eigenkapitalquote des Unternehmens von 83 Prozent erwähnt. An Guthaben bei Banken weist die Glock GmbH in der Bilanz 38 Millionen Euro aus.

Nutznießer der Gewinne aus der Glock GmbH ist neben dem Unternehmen selbst die Glock Privatstiftung, die daran mit 99 Prozent beteiligt ist. Ein Prozent hält laut Firmenbuch noch Helga Glock, die mit ihrem Ex-Gatten in den USA in einem Rechtsstreit um Hunderte Millionen Dollar liegt.

Gaston Glock, der im Juli 87 Jahre alt wird, fungiert noch immer als einer der Geschäftsführer der Glock GmbH. Seine junge Gattin Kathrin Glock ist im Aufsichtsrat. Die 36-Jährige führt auch die Geschäfte des Glock Horse Performance Centers in Treffen bei Villach mit 65 Mitarbeitern. Hier wie im GHPC Netherlands in Holland gibt sich die Reiter-Weltelite bei aufwendigen Dressur- und Springturnieren regelmäßig ein Stelldichein. Nicht nur bei den Turnieren flossen in den letzten Jahren zudem Millionenbeträge für Charity-Aktionen.

Gemeinsam mit Haselsteiner, der Milliardärin Heidi Horten sowie weiteren Kärntner Investoren will sich Glock am Klagenfurter Flughafen beteiligen, um diesen vor dem endgültigen Aus zu bewahren. Der Glock-Hangar am Flughafen ist mit zwei großen Bombardier-Global-Privatjets sowie einer kleineren Hawker und einem Hubschrauber stark bestückt. Aus dem Einstieg wurde vorerst nichts, weil das Land den Anteileverkauf unter Druck der Heta-Gläubiger EU-weit ausschreiben muss.

ADOLF WINKLER