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ItalienSterbehilfe-Aktivist bei Prozess freigesprochen

Gericht folgte dem Vorwurf der Anstiftung zum Selbstmord eines querschnittgelähmten Patienten nicht.

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Sujetbild © (c) AP (Yves Logghe)
 

Der italienische Sterbehilfe-Aktivist und Ex-EU-Parlamentarier Marco Cappato ist am Montag bei einem Prozess vor einem Schwurgericht in Mailand vom Vorwurf freigesprochen worden. Er war beschuldigt, im Februar 2017 den Mailänder DJ Fabiano Antoniani, der nach einem Verkehrsunfall blind und querschnittsgelähmt wurde, zum Selbstmord angestiftet zu haben.

Bereits die Staatsanwaltschaft hatte Cappatos Freispruch gefordert. Der Aktivist der Radikalen Partei hatte den "DJ Fabo" genannten Antoniani in die Schweiz begleitet, wo er nach Einnahme eines Medikamentencocktails am 27. Februar 2017 gestorben war. Daraufhin wurde der Ex-Politiker der Radikalen Partei angezeigt. Antonianis Lebensgefährtin Valeria Imbrogno sprach von einem "posthumen Erfolg" von "DJ Fabo", der sich nach seinem Verkehrsunfall stets für ein Recht auf Sterbehilfe in Italien eingesetzt hatte.

Im vergangenen September hatte das italienische Verfassungsgericht bei einem Urteil zum Fall Cappato Druck auf das Parlament in Rom gemacht, ein Gesetz zur Regelung der Sterbehilfe zu verabschieden. Schon seit Jahren wird in Italien ein Gesetz zur Frage des Lebensendes gefordert.

In Italien sind sowohl aktive als auch passive Sterbehilfe verboten, nur bei gehirntoten Patienten ist das Sterbenlassen (passive Euthanasie) erlaubt. Die katholische Kirche verbietet Sterbehilfe ebenfalls und verweist auf den Schutz des Lebens von seinem Beginn bis zu seinem natürlichen Ende.