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Weltweite Solidarität Spendenflut für Notre-Dame

Große internationale und nationale Solidarität zeigte sich am Tag nach der Brandkatastrophe in Paris. Auch finanzieller Natur. Die Internetseite, auf der man für den Wiederaufbau von Notre-Dame spenden konnte, war mehrfach überlastet.

© (c) AP (Christophe Petit Tesson)
 

Auf die weltweite Anteilnahme nach dem Großbrand in der Pariser Kathedrale Notre Dame sind großzügige Spendenzusagen für den Wiederaufbau gefolgt: Am Dienstag beliefen sich die zugesagten Hilfsgelder auf hunderte Millionen Euro. Allein die drei französischen Milliardärsfamilien Arnault, Pinault und Bettencourt-Meyers wollen insgesamt eine halbe Milliarde Euro geben.

Macron hatte auch über Frankreich hinaus zu Spenden aufgerufen. Premierminister Edouard Philippe rief am Dienstag eine Ministerrunde zusammen, um über den Wiederaufbau des ausgebrannten Gotteshauses zu beraten. Viele Länder boten Hilfe an - auch in Form von Expertise für die Restaurierung des Gebäudes - und bekundeten ihre Anteilnahme.

Eine internationale Geberkonferenz soll zudem Geld für den Wiederaufbau sammeln. Einen entsprechenden Vorschlag machte die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo. Sie wolle die Spenderkonferenz im Rathaus von Paris veranstalten, um die notwendigen Mittel zusammenzubekommen.

Die beiden größten Luxusgüterkonzerne des Landes kündigten bereits wenige Stunden nach dem Brand Millionenspenden an: LVHM (Moet Hennessy - Louis Vuitton) will demnach 200 Millionen Euro zur Verfügung stellen, der Chef des Luxusmodekonzern Kering (Gucci, Saint Laurent, Balenciaga) und Hollywoodstar Salma Hayeks Ehemann Francois-Henri Pinault will 100 Millionen Euro spenden, ebenso der französische Mineralölkonzern Total. Auch der Zusammenschluss der französischen Profifußballclubs versprach finanzielle Unterstützung.

Aus zahlreichen Ländern trafen am Dienstag weitere Botschaften der Anteilnahme ein. Der Vatikan twitterte, Papst Franziskus bete "für Frankreichs Katholiken und für die Bevölkerung von Paris". Queen Elizabeth II erklärte, sie sei "tiefbetrübt". Bundespräsident Alexander Van der Bellen ließ als Zeichen der Solidarität Österreichs mit dem französischen Volk auf der Präsidentschaftskanzlei die französische Flagge hissen und drückte in einem Brief seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron seine Anteilnahme aus. Auf Facebook bezeichnete Van der Bellen Notre Dame als "ein wichtiges Symbol unserer gemeinsamen europäischen Kultur".

Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte, die "Tragödie" von Notre-Dame treffe auch die Russen ins Herz. Er bot an, die "besten Spezialisten" des Landes als Wiederaufbauhelfer zu schicken. Irans Außenminister würdigte Notre-Dame als "symbolträchtiges Denkmal des Gebets zu unserem gemeinsamen Gott".

EU-Ratspräsident Donald Tusk rief die Mitgliedstaaten zur Hilfe auf. Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier appellierte an die Menschen in Deutschland und ganz Europa, "sich am Wiederaufbau von Notre Dame zu beteiligen". US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mit dem Vorschlag für Kopfschütteln gesorgt, Löschflugzeuge einzusetzen. Der französische Zivilschutz stellte klar, die Wucht der Wassermassen könne das gesamte Kirchengebäude zum Einsturz bringen.

Brandschutz im Linzer Dom

Bischöfe in Österreich und aus aller Welt zeigten sich erschüttert: "Der Schock sitzt tief. Es ist zum Weinen, diese Kathedrale in Flammen zu sehen", so der Salzburger Erzbischof Franz Lackner am Dienstag in einer Stellungnahme gegenüber der Kathpress. Der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics sprach von einer "Tragödie", nicht nur für Frankreich, sondern ganz Europa. "Mit Notre Dame brennt auch ein wichtiger Teil unserer europäischen Kultur und Identität - über alle Grenzen von Politik und Konfession hinweg", sagte der Bischof. Kardinal Christoph Schönborn hatte bereits am Montagabend in einem ORF-Interview wörtlich von einem "ganz großen Schmerz" gesprochen. "Notre Dame muss wieder aufgebaut werden", sagte der Wiener Erzbischof.

Glockenläuten

Der Wiederaufbau der Kathedrale wird nach Einschätzung von Experten viele Jahre dauern. Eric Fischer, Direktor der Stiftung zum Schutz des Straßburger Münsters, sagte, er rechne mit mehreren Jahrzehnten.

In der Kathedrale von Straßburg läutete in der Früh die Heiliggeist-Glocke, die nur bei besonderen Anlässen erklingt. Als Zeichen der Solidarität läutete in der Wiener Innenstadt um 12.00 Uhr die Pummerin von St. Stephan. Die bekannte Glocke des Stephansdoms erklang fünf Minuten lang. Zeitgleich läuteten die Glocken vieler europäischer Dome und Basiliken.

Notre Dame gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Frankreichs. Berühmt wurde die Kathedrale auch durch den Roman "Der Glöckner von Notre-Dame" von Victor Hugo. Am 24. August 1944 hatte das Glockenläuten von Notre Dame die Befreiung von Paris von der deutschen Besatzung verkündet.

 

Kommentare (1)

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gerbur
6
4
Lesenswert?

Die Franzosen machen es vor!

Nachdem im eigenen Land es faktisch nicht vermittelbar ist warum hunderte von Millionen Euro in die Wiederherstellung einer Kirche gepumpt werden sollen und parallel dazu die Sozialleistungen weiter gekürzt werden, pumpt man erfolgreich den Rest der Welt an und der folgt brav dieser Unverschämtheit. Das Erfolgsmodell "Schnorren" hat schon beim damals heruntergekommenen Louvre funktioniert. Die angeblich gedrückte Stimmung unter den Parisern ist eine Mär, sie beschränkt sich auf die Schöngeister und privilegierten Bewohner der inneren Bezirke der Stadt, die von der überwiegenden Mehrheit der Bewohner nie besucht werden.

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