Im Virgental in Osttirol ist zum ersten Mal ein Wolf nach der neuen Maßnahmenverordnung der Tiroler Landesregierung erlegt worden. Diese war seit Ende Mai in Kraft und erlischt nach dem Abschuss mit sofortiger Wirkung, teilte das Land Tirol am Sonntag in einer Aussendung mit. Damit sind in Tirol noch sechs Abschussgenehmigungen für einen Wolf aufrecht, davon vier in Osttirol. Dort wurden heuer bisher 90 Weidetiere durch Wölfe getötet, weitere 150 werden vermisst.

Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler (ÖVP) bezeichnete den Abschuss als "wichtiges Signal": "Unser vordringliches Ziel ist der Schutz unserer Almwirtschaft. Diese ist nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für die Artenvielfalt, den Schutz vor Naturgefahren und den Tourismus von großer Bedeutung." Der erlegte Wolf wird von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) in Innsbruck untersucht. Eine „Riesenfreude“ über den ersten „offiziellen“ Wolfsabschuss hat indes LHStv. Georg Dornauer (SPÖ). Er bekennt sich zu einer konsequenten Entnahme großer Beutegreifer und hat auch in der schwarz-roten Koalition von Beginn an Druck gemacht, um das Problem nachhaltig zu lösen: "Ich bedanke mich bei der Osttiroler Jägerschaft und freue mich für unsere Landwirte. Wir müssen aber in dieser Frage konsequent weiterarbeiten. Ziel muss die unbürokratische und ganzjährige Entnahme großer Beutegreifer sein. Mit oder ohne EU. Hier gehen die Interessen unseres Landes Tirol vor."