Anleitungen dafür, wie Sie als Anfänger ein halbwegs ansehnliches Video zusammenbringen, finden Sie im Internet. Anbei ein paar Tipps, wie Sie sich mit Ihrem Unternehmens-Video für die „Goldene Himbeere“ des schlechtesten Amateur-Shots qualifizieren!
1. Am besten ohne Vorbereitung
Kümmern Sie sich vorweg einmal überhaupt nicht darum, was aus der Filmerei rauskommt und wer sich dieses Video ansehen wird (falls es jemals fertig wird). Halten Sie die Kamera (eine reicht, siehe Birdman) oder ihr Handy auf das Geschehen und dann wird man am Schluss und nach professioneller Post-Production ja sehen, ob es für einen kurzen Insta-Spot, einen Tik-Tok-Clip, einen Online-Beitrag für die Kleine Zeitung oder für ein Art-Movie (irgendeine Art von Movie wird’s immer) reicht. Wer weiß, vielleicht kommt ja auch ein abendfüllender Kinofilm raus, der Ihnen ein, zwei Oscars beschert…? Die penible Vorbereitung wird jedenfalls überschätzt!
2. Richtige Beleuchtung ist feig!
Als echtem Videoprofi kann Ihnen Beleuchtung egal sein. Das ist etwas für Anfänger! Im Gegenteil, es sieht sogar cool und irgendwie mystisch aus, wenn der Bildfokus und die Protagonist:innen hoffnungslos unterbelichtet sind. Das erzeugt Empathie, Spannung, das wirkt authentisch. Und lange Schatten kann man auch als mutiges Stilmittel sehen. Wenn wirklich irgendetwas beleuchtet sein soll, reicht die Lampe eines Handys oder ein Feuerzeug völlig aus. Und außerdem kann ja jede(r), der/die das Video ansieht seinen/ihren Bildschirm heller drehen.
3. Eine Kamera reicht
Wenn Sie eine Diskussion filmisch festhalten und später irgendeiner Art von Öffentlichkeit zugänglich machen wollen, reicht dafür in jedem Fall EINE Kamera (und die muss auch nicht besonders gut sein). Die Leute stehen gar nicht so auf Schnitte, das verwirrt nur. Durch Schwenken der Kamera und abenteuerliches Rein-und-Rauszoomen können Sie spannende Effekte erzielen, die die Zuseher:innen garantiert von den Sesseln reißen werden. Oder kippen lassen.
4. Wackeln ist in!
Am authentischsten kommt eine Videoszene rüber, wenn Sie ganz locker aus der Hand und ganz ohne Stativ, Schulter-Rig, Slider oder Kamerawägen gefilmt wird. Trinken Sie vor dem Dreh ein paar Tassen starken Kaffee. Die Leute stehen darauf, Ihr Zittern dann auch auf dem Bildschirm zu sehen; das vermittelt prickelnde Spannung und wirkt unverfälscht echt. Schwenken und zoomen Sie nach Herzenslust, siehe Punkt 3. Lassen Sie Ihre Kamera tanzen!
5. Kümmern Sie sich nicht um den Sound!
Ein gut ausgepegelter und verständlicher Sound ist für ein professionelles Business-Video komplett unerheblich. Weil es ja eine Video- und keine Radioaufnahme oder ein Podcast ist. Umgekehrt ist bei reinen Tonaufnahmen die Bildqualität ja auch egal. Jedenfalls beeinflusst ein schlechtes Audio die Videobewertung in keinem Fall. Für den Sound reicht also das integrierte Kamera-Mikro oder ein Handy immer! Kümmern Sie sich auch nicht um Hintergrundgeräusche. In einer Szene, in der ein Moderator über die Eröffnung eines neuen Wasserkraftwerkes berichtet, sollte das Rauschen des Flusses mindestens gleich laut zu hören sein wie die Moderation.