Seit Jahrtausenden gewinnt der Mensch aus dem Eisenerz den für ihn so wichtigen Rohstoff Eisen. Dieses lässt sich mit der Hilfe von Sauerstoff wiederum zu Stahl veredeln. Dafür wurde in den Stahlwerken Linz und Donawitz (Voest) zu Beginn der 1950er-Jahre ein Verfahren entwickelt, das die weltweite Stahlherstellung revolutionierte: das LD-Verfahren. Noch heute werden ca. 70 Prozent der Weltrohstahlproduktion damit hergestellt.

Stahl bzw. der Stahlbau haben die Architektur des 20. Jahrhunderts revolutioniert. Denn Baustahl ist ein extrem tragfähiges Material. Schon ein Stab der niedrigsten Sorte mit einem Querschnitt von einem Quadratzentimeter kann ein Gewicht von 3600 Kilogramm tragen. Das erlaubt schlanke Konstruktionen bei hohen Spannweiten. Zudem enthält Baustahl keinerlei chemischen Zusätze und emittiert keine schädlichen Dämpfe. Seine Tragfähigkeit, seine Leichtigkeit und seine Beständigkeit haben Stahl zum äußerst gefragten Werkstoff auf dem Bau gemacht. Etwa die Hälfte des weltweit hergestellten Stahls wird für die Errichtung von Gebäuden und von Infrastruktur verwendet.

Ein weiteres Plus: Stahl lässt sich zu hundert Prozent und beliebig oft aufbereiten und wiederverwenden. "Der Werkstoff Stahl gewährleistet wie kein anderer einen optimalen Umgang mit Ressourcen", betont Ewald Kronheim, ­WKO-Obmann-Stv. im Baustoff-, Eisen-, ­Hartwaren- und Holzhandel. In Österreich, Deutschland und der Schweiz sind das rund 99 Prozent des Baustahls und Alteisens. Dabei sind elf Prozent der alten Baustähle beim Abbruch eines Hauses sofort wiederverwendbar und werden ohne zusätzlichen Energieaufwand in neuen Projekten verbaut. 88 Prozent wandern als Schrott zurück ins Stahlwerk und werden dort mit Strom in einem Elektrolichtbogenofen wieder zu frischem Baustahl aufbereitet. Fazit: Stahl gewährleistet wie kein anderer Werkstoff einen optimalen Umgang mit Ressourcen – heute wie in künftigen Generationen.